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Tuerck, Ludwig#

* 22. 6. 1810, Wien

† 25. 2. 1868, Wien


Neurologe und Laryngologe


Ludwig Tuerck
Ludwig Tuerck, Gemälde.
© Bildarchiv der ÖNB, Wien, für AEIOU

Ludwig Tuerck studierte in Wien Medizin und promovierte 1836 in Wien.

Ab 1840 widmete er sich bereits als junger Sekundärarzt mit großem Interesse der Neuro-Anatomie und -Pathologie und publizierte schon einige Schriften zu diesem Thema.

1844 unternahm er zu Fortbildungszwecken eine Studienreise nach Paris; auch diese Erfahrungen publizierte er.

Tuerck konnte sich im Allgemeinen Krankenhaus in Wien in einer eigens von einem seiner Gönner geschaffenen Abteilung für Nervenleidende einen guten Ruf als Wissenschaftler aufbauen.

In dieser Station arbeitete Tuerck 13 Jahre lang, bis er schließlich 1857 zum Primararzt ernannt wurde. Nach seiner Ernennung zum Primar begann er seine laryngoskopischen (Kehlkopf) Studien, denen er sich von da an fast ausschließlich widmete. Er beschrieb z.B. als Erster die Laryngitis sicca (Entzündung der Stimmbänder).

1864 wurde Tuerck zum ordentlichen Professor ernannt.

Sein gleichnamiger Sohn zählte später zu den Pionieren der Klimatologie in Wien.

Tuerck Lazarettgasse 14
Büste von N. Pitz
AKH Wien, Lazarettg. 14
© Rainer Lenius
Den in der Laryngoskopie verwendeten Kehlkopfspiegel hatte Tuerck zwar nicht selbst erfunden (Patentstreit Tuercks mit Johann Nepomuk Czermak, war jedoch schon 1855 von Manuel García erfunden worden), Tuercks Verdienst lag vielmehr in der Verbreitung seiner praktischen Verwendung für Diagnostik und operative Zwecke. Ohne ihn wäre die Bedeutung dieser Erfindung vielleicht erst spät oder nie bekannt geworden.


1868 wurde an Tuercks langjährigem Arbeitsplatz durch die Aufstellung seiner Büste im allgemeinen Krankenhaus in Wien sein Andenken geehrt; an der ehemaligen Allgemeinen Poliklinik, Wien 9, Mariannegasse 10, ist sein Porträtrelief angebracht.

Publikationen (Auswahl)#


  • Abhandlung über Spinalirritation nach eigenen, grösstentheils im Wiener allgemeinen Krankenhause angestellten Beobachtungen (1843), Wien
  • P. Ricord's Lehre von der Syphilis. Nach dessen klinischen Vorträgen dargestellt (1846)
  • Praktische Anleitung zur Laryngoskopie (1860), Wien
  • Klinik der Krankheiten des Kehlkopfes und der Luftröhre, nebst einer Anleitung zum Gebrauche des Kehlkopfrachenspiegels und zur Lokalbehandlung der Kehlkopfkrankheiten (1866), in 2 Bänden
  • Über Hautsensibilitätsbezirke der einzelnen Rückenmarksnervenpaare (1869), Wien

Tuerck Lazarettgasse 14
Porträtrelief
Allgemeine Poliklinik
© Rainer Lenius

Auszeichnungen, Ehrungen#


  • Pariser Academie des Sciences verlieh ihm 1861 den Monthyon-Preis
  • die temporale Großhirnbrückenbahn wurden nach ihm benannt

Literatur#

  • E. Lesky, Die Wiener Medizinische Schule im 19. Jahrhundert, 1978

Quellen#

  • AEIOU
  • Allgemeine Deutsche Biographie
  • Das große Buch der Österreicher – 4500 Personendarstellungen in Wort und Bild (1987), Verlag Kremayr & Scheriau, Wien, 615 S.
  • Das große Buch der Österreicher – 4500 Personendarstellungen in Wort und Bild (1987), Verlag Kremayr & Scheriau, Wien, 615 S.
  • Personenlexikon Österreich (2002), (Hrsg.) E. Bruckmüller, Buchgemeinschaft Donauland (u.a.), Wien, 575 S.
  • F. Czeike: Historisches Lexikon Wien
  • Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich
  • Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte



Redaktion: N. Miljković