unbekannter Gast

Wallner, Leo#


* 4. 11. 1935 Amstetten (Niederösterreich)

† 29. 7. 2015, Wien


Manager, Sportfunktionär


Wallner, Leo
Leo Wallner. Foto, 1995
© Casinos Austria AG, Wien
(Foto Haslinger), für AEIOU

Leo Wallner wurde am 4. November 1935 in Amstetten in Niederösterreich geboren, wo er auch aufwuchs und die Schulen besuchte.

Ursprünglich wollte er zwar Priester werden, absolvierte dann aber ein Studium an der Wiener Hochschule für Welthandel, das er 1961 mit dem Doktorat abschloss.

Danach arbeitete Leo Wallner am Institut für angewandte Sozial- und Wirtschaftsforschung, von 1964 bis 1967 war er Wirtschaftsberater von Bundeskanzler Dr. Josef Klaus (ÖVP). Dieser beauftragte ihn auch, sich über das Casinowesen in Österreich Gedanken zu machen und die Casinos auf neue und seriöse Beine zu stellen. Leo Wallner konzipierte eine neue Aktiengesellschaft: im Mittelpunkt seines Konzeptes stand die Absicht, aus den Casinos touristische Attraktionen zu machen, deren Geschäftstätigkeit weit über den reinen Betrieb von Glücksspielen hinausgeht.

1968 wurde Leo Wallner selbst zum Generaldirektor dieser neuen Gesellschaft, der Spielbanken AG (seit 1985 Casinos Austria AG), bestellt und baute diese im Lauf der Zeit zu einem international tätigen Konzern mit exzellentem Ruf aus.

1977 startete er die Internationalisierung mit der Gründung der Österreichische Spielbanken Consulting AG (jetzt Casinos Austria International), deren Verwaltungsratspräsident er auch wurde. Weltweit realisierte er schließlich mehr als 200 internationale Casinoprojekte.

In den 1980er Jahren entwickelte er ein Konzept zur Einführung weiterer Glücksspielformen – er führte 1986 das Lotto "6 aus 45" in Österreich ein. Dazu wurde die Lotto Toto Gesellschaft (seit 1991 Österreichische Lotterien) gegründet, deren Vorstandsvorsitzender er ebenfalls 1986 wurde.

Das Spielangebot der Österreichischen Lotterien wurde unter Leo Wallners Leitung kontinuierlich ausgebaut: 1995 wurde das Rubbellos eingeführt, 1998 wurden die ersten Spiele über das Internet angeboten und 2004 die länderübergreifende Lotterie "EuroMillionen" eingeführt.

2007 endete Leo Wallners Funktion als Generaldirektor von Casinos Austria und als Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Lotterien. Er wechselte daraufhin als Vizepräsident der Aufsichtsräte beider Unternehmen und blieb in dieser Funktion bis zum Juni 2011.

Spiel und Sport waren für Wallner im Laufe seiner Karriere immer eng verknüpft: So war er von 1990 bis 2009 auch Präsident des Österreichischen Olympischen Comités; von 1998 bis 2014 vertrat er Österreich darüber hinaus im Internationalen Olympischen Komitee (IOC).

Neben seiner Tätigkeit hatte der Leo Wallner zudem zahlreiche Aufsichtsratsfunktionen inne - etwa für die Wiener Volksoper, den Tiergarten Schönbrunn, der BAWAG PSK AG sowie - noch bis 2011 - bei den Casinos Austria sowie den Lotterien.

Dr. Leo Wallner, der (bis zu ihrem Tod 2005) 21 Jahre lang mit der Kammersängerin Elisabeth Wallner-Kales verheiratet war, starb am 29. Juli 2015 in Wien. Er hinterlässt zwei Söhne und eine Tochter aus zwei Ehen.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Ehrenring der Festspielgemeinde Bregenz, 1980
  • Ehrenbürger der Marktgemeinde Velden am Wörther See., 1983
  • Großes Silbernes Ehrenzeichens für besondere Verdienste um die Republik Österreich, 1984
  • Goldenes Stadtwappens und der Goldene Ehrennadel der Stadtgemeinde Baden, 1984
  • Goldenes Ehrenzeichen des Landes Salzburg, 1985
  • Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien, 1987
  • Großer Tiroler Adler-Orden, 1987
  • Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, 1992
  • Komturkreuzes der Ungarischen Republik, 1995
  • Ehrensenator der Paris Lodron Universität Salzburg, 1997
  • WU-Manager des Jahres (ernannt von der Wirtschaftsuniversität Wien), 1998
  • Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark, 2000
  • Ernennung zum Ehrensenator der Wirtschaftsuniversität Wien (WU), 2006
  • Große Silberne Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich, 2007
  • Ernennung zum IOC-Ehrenmitglied und Verleihung des Olympischen Orden, 2014

Weiterführendes#

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl