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Weikl, Bernd#

* 29. 7. 1942, Wien


Sänger (Bass-Bariton)
Kammersänger


Bernhard Weikl wurde am 29. Juli 1942 in Wien geboren.

Er wuchs zunächst in Bodenmais am Arber im Bayerischen Wald auf und übersiedelte im Alter von zehn Jahren mit seiner Familie nach Mainz.


Er studierte in Mainz zunächst Volkswirtschaft und besuchte daneben von 1962 bis 1965 das Konservatorium. Von 1965 bis 1968 studierte er Gesang an der Musikhochschule in Hannover (bei Naan Pöld und William Reimer), und debutierte 1968 als Ottokar in "Der Freischütz" an der Oper Hannover..


In Wien gab er seinen Einstand 1971 an der Volksoper, 1972 debütierte er an der Wiener Staatsoper als "Barbier von Sevilla". Es folgten Auftritte in Hamburg, im Royal Opera House London, der Staatsoper München und der Metropolitan Opera in New York.

1972 gastierte er erstmals bei den Bayreuther Festspielen, wo er als Wolfram in "Tannhäuser" seinen eigentlichen künstlerischen Durchbruch schaffte und nachfolgend in über 250 Vorstellungen zu sehen war.

Das breite Repertoire des Sängers umfasst rund 120 Partien in fünf Sprachen (W. A. Mozart, R. Strauss, vor allem R. Wagner).


1993 promovierte Bernd Weikl an der technischen Universität Wilna (Vilnius) über "Die Übertragbarkeit des Marketing-Modells auf die Unternehmenspolitik freischaffender Künstler" zum Doktor der Betriebswirtschaft.


In der Zwischenzeit hat der Sänger, der seit langem in Hamburg wohnt, weitere Betätigungsfelder gefunden: als Regisseur inszenierte er u.a. am Tokioter New National Theatre "Die Meistersinger von Nürnberg" (2005) sowie Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt" an der Kölner Oper.


Bernd Weikl ist als Autor für Film und Fernsehen und als Buchautor ebenso aktiv wie in vielen sozialen Bereichen. So setzt er sich als Mitglied des "Club of Budapest", der dem "Club of Rome" angeschlossen ist, beispielsweise mit wesentlichen Zukunftsfragen der Menschheit auseinander.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Stipendium der Dt. Studienstiftung 1967
  • 1. Preis bei einem Gesangwettbewerb in Berlin 1968
  • Verleihung des Ehrentitel "Professor, 1988
  • Großes Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 1994
  • Bayerischer Verdienstorden, 1995
  • Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper 1998
  • Dr. h. c. der Univ. Alma Ata/Kasachstan 1998
  • Goldenes Ehrenzeichen f. Verdienste um das Land Wien 2002
  • Österreichisches Ehrenkreuz f. Wissenschaft u. Kunst I. Klasse 2003
  • österreichischer (1983), Hamburger (1993) u. bayerischer Kammersänger

Werke (Auswahl)#

Plattenaufnahmen
  • Tristan und Isolde, Richard Wagner, 1971
  • Iphigenie in Aulis, C.W.Gluck, 1972
  • Der Barbier von Bagdad, Peter Cornelius, 1973
  • Samson et Dalila, Camille Saint-Saens, 1973
  • Der Freischütz, C.M. v. Weber, 1973
  • Eugen Onegin, Peter Tschaikowsky, 1974
  • Salome, Richard Strauss, 1974
  • Die Fledermaus, Johann Straß, 1975
  • Arabella, Richard Strauss, 1977
  • Parsifal, Richard Wagner, 1981
  • Carmina Burana, Carl Orff, 1984
  • Meistersinger v. Nürnberg, Richard Wagner, 1984
  • Lieder, Gustav Mahler, 1985
  • Lieder, Franz Liszt, 1986
  • Götterdämmerung, Richard Wagner, 1989
  • Der Fliegende Holländer, Richard Wagner, 1991
  • Hagadah Shel Pessach, Paul Dessau, 1994
  • Gurrelieder, Arnold Schönberg, 1995

Publikationen

  • Frei erfunden, 1996
  • Hoffentlich gelogen. Aus Oper, Politik, Kultur u. drumherum, 1998
  • Vom Singen und von anderen Dingen, 1998
  • Autobiografie "Licht & Schatten. Meine Weltkarriere als Opernsänger, 2007

Quellen#

  • AEIOU
  • I. Ackerl, F. Weissensteiner, Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik, 1992
  • Bernd Weikl



Redaktion: I. Schinnerl