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Wichner, Josef#


* 23. 10. 1852, Bludenz

† 14. 6. 1923, Krems an der Donau


Lehrer
Schriftsteller, Erzähler


Wichner, Josef
Josef Wichner. Foto, um 1900
© Bildarchiv der ÖNB, Wien, für AEIOU
Josef Wichner wurde am 23. Oktober 1852 als Sohn eines Schneidermeisters in Bludenz geboren, wo er auch aufwuchs und die Volksschule besuchte. (Er verlor früh seine Eltern und wurde von Verwandten aufgezogen.)

Er besuchte das Jesuitenkolleg "Stella Matutina" in Feldkirch und trat nach der Matura in das Priesterseminar in Brixen ein.
Er merkte bald, dass dies nicht seine Berufung war und wechselte an die Universität Innsbruck, wo er ab 1875 Deutsche Sprache und Literatur studierte und 1878 die Lehramtsprüfung (Latein und Griechisch) ablegte.
(Über seine Schul- und Studienzeit schrieb er später in seinen autobiographischen Romanen "Im Schneckenhause", "Im Studierstädtlein" und "An der Hochschule".)

Ab 1880 lebte Josef Wichner in Krems an der Donau, wo er bis zu seiner Pensionierung 1908 am Gymnasium unterrichtete und sich daneben als Schriftsteller betätigte.

Über den dortigen Schulrat, der dem Ausschuss des Niederösterreichischen Volksbildungsvereines in Krems angehörte und die "Volksbildungsblätter" herausgab, lernte er u.a. die SchriftstellerInnen Marie Eugenie Delle Grazie, Adam Müller-Guttenbrunn und Peter Rosegger kennen.

Josef Wichner wurde durch zahlreiche Erzählungen, Jugendbücher und Heimatromane bekannt; zwischen 1889 und 1912 hielt er des öfteren literarische Lesungen aus eigenen Werken sowie Lichtbildvorträge im Wiener Volksbildungsverein und in der Wiener Urania.

Nach seiner Pensionierung 1908 konnte er sich gänzlich dem Schreiben widmen. Obwohl er mehr als 40 Jahre lang nicht mehr in Bludenz gelebt hatte, erzählte er in seinen Werken immer wieder von der Liebe zu seiner Heimatstadt. Sowohl Bludenz als auch Krems ernannten ihn zum Ehrenbürger; in beiden Städten ist auch eine Straße nach ihm benannt.

Josef Wichner starb am 14. Juni 1923 in Krems an der Donau. Sein Nachlass und Sammlungen befinden sich im Felder-Archiv Bregenz des Vorarlberger Landesarchivs bzw. im Rathaus Bludenz.

Werke (Auswahl) #

Romane

  • Der Novice, 1891
  • Die Schriften der alten Betschwester, 1906
  • Bürger Gozzo, 1922
  • Altmontafoner Spinnstube, 1923

Heimatbücher

  • Die goldene Wachau, 1912
  • Wachausagen, 1916
  • Auf der Nibelungenstraße, 1922
dreibändige Autobiographie (Erinnerungen)
  • Im Schneckenhause, 1893
  • Im Studierstädtlein, 1896
  • An der Hochschule, 1900

zahlreiche Erzählungen

Literatur#

  • H. Giebisch, G. Gugitz: Bio-Bibliographisches Literaturlexikon Österreichs von den Anfängen bis zur Gegenwart (Werkverzeichnis), 1963

Quellen#

Redaktion: I. Schinnerl