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Wolf, Hugo #

(Philipp Jakob)


* 13. 3. 1860, Windischgrätz (Slovenj Gradec, Slowenien)

† 22. 2. 1903, Wien

Komponist


Hugo Wolf. Pastell von C. v. Wagner, 1902., © Privatbesitz, für AEIOU
Hugo Wolf. Pastell von C. v. Wagner, 1902.
© Privatbesitz, für AEIOU
Gedenktafel Schwindgasse 3, 1040 Wien
Gedenktafel Schwindgasse 3,
1040 Wien

Hugo Wolf wurde am 13. März 1860 in Windischgrätz in Slowenien geboren.

Wolf lebte ab 1875 in Wien und begann seine Ausbildung am Konservatorium.

Seine ersten Lieder entstanden 1876 nach einer Begegnung mit R. Wagner, den Wolf sehr bewunderte.

Wegen Streitigkeiten wurde Wolf 1877 aus dem Konservatorium ausgeschlossen und lebte fortan als Musiklehrer in Wien.

1878 kam es zu einer syphilitischen Infektion, die zu geistiger Umnachtung (ab 1897 in Irrenanstalt) und zu seinem frühen Tod führte.

Bereits ab 1880 litt Wolf unter schweren Depressionen, die auch seine Freunde (G. Schönaich, M. Köchert) nicht abwenden konnten. Jeder Versuch, Wolf zu einer festen Anstellung zu verhelfen (1881 als Kapellmeister in Salzburg, 1884-87 als Musikkritiker beim "Wiener Salonblatt") schlugen wegen seiner schwierigen psychischen Verfassung fehl.


Ab 1887 war Wolf, unterstützt durch seine Freunde und Gönner, als freischaffender Komponist tätig. Auf dem Gebiet der Liedkomposition gilt Wolf als einer der bedeutendsten Komponisten nach F. Schubert. Seine Lieder zeichnen sich durch größte Achtung auf das dichterische Wort aus, zeigen psychologische Einfühlung und sehr selbstständige Behandlung des Klavierparts gegenüber der Singstimme. Differenzierte subjektive Empfindsamkeit und verfeinerte Harmonik weisen ihn als Spätromantiker unter dem Einfluss von R. Wagner aus, dessen Stil er auch in seinem quantitativ geringeren Orchester- und Opernschaffen sehr persönlich weiterentwickelte.


1897 wurde in Wien der H.-Wolf-Verein gegründet. Die 1958 ins Leben gerufene Internationale H.-Wolf-Gesellschaft betreut die kritische Gesamtausgabe seiner Werke. Sein Wohnhaus in Perchtoldsdorf ist nun ein Museum mit fast originalem Arbeitszimmer.


Wolf starb am 22. Februar 1903 in Wien. Sein Ehrengrab befindet sich am Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 32 A, Nr. 10)

Werke (Auswahl)#

zirka 350 Lieder:
  • 53 Mörike-Lieder, 1888
  • 20 Eichendorff-Lieder, 1880-88
  • 51 Goethe-Lieder, 1889
  • Spanisches und Italienisches Liederbuch, 1889-91
  • Chormusik

Opern:

  • Der Corregidor, 1895/96
  • Manuel Venegas (unvollendet, 1897)

Symphonische Dichtung:

  • Penthesilea, 1883-85
  • Streichquartett, 1879/80
  • Italienische Serenade, 1894

Schriften:

  • Musikalische Kritiken, 1911
  • Nachgelassene Werke, 1935ff

Literatur#

  • B. Decsey, H. Wolf, 4 Bände, 1903-06
  • F. Walker, H. Wolf, 1953 (mit Werkverzeichnis)
  • M. von Hattingberg-Graedener, H. Wolf, 1953
  • H.-J. Moser, Das deutsche Lied seit Mozart, 1968
  • E. Werba, H. Wolf oder Der zornige Romantiker, 1971
  • M. Saary, Persönlichkeit und musikdramatische Kreativität, 1982
  • H.-H. Geyer, H. Wolfs Mörike-Vertonungen, 1991
  • S. Youens, H. Wolf. The vocal music, 1992


Hörprobe#


Österreichische Mediathek Hörprobe


Italienische Serenade
Interpreten: Schneiderhan Quartett; Label: Columbia CHAX 389 (Ausschnitt)

Musik spielen

Quellen#