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Österreichische Volkstrachten#

Dauermarkenserie

Die Mädchen- und Frauentrachten Österreichs zeigen sich als Variationen über jenes Hauptkleidungsstück, das als Leibkittel seit dem Hochmittelalter hier üblich ist und nur jeweils zeitlich-modische Umformungen mitgemacht, seine Grundgestalt aber beibehalten hat. Sein Grundmotiv ist das formentreue Umschließen des Oberkörpers und das freie Umfließen des Unterleibes und der Beine, wie es noch im heutigen "Dirndlkleid" zum Ausdruck kommt. In vielen Landschaften ist der barocke Modezug, der das Mieder in seinen vielen Formen gebracht hat, erkennbar. Der Oberkörper wird dabei stärker, naturferner, umhüllt, dafür seine Mitte betont. Das Gegenstück zu den Leibkitteltrachten bildet allein die Juppentracht des Bregenzerwaldes, das in der Taille nicht eingenommen,sondern nur durch die Gürtung angepaßt wird. Wie diese charakteristische Tracht in ihrem Hauptstück von den übrigen österreichischen Frauentrachten getrennt ist, so auch in den Nebenstücken, insbesondere in den Kopftrachten. Die Mädchenkrone, das "Schäppeli", ist eine ausgesprochene Jungfrauentracht, wie sie für das frühe Mittelalter bezeugt ist. Im Hochalpengebiet bestanden die Kopftrachten der Frauen aus Fellhauben und genoppten Wollhauben. So stehen sowohl die Grundformen der Trachten wie all ihr Beiwerk ständig im Strom der vielfältigsten Beziehungen zwischen alteinheimischer Art und modischer, zeitbedingter Neugestaltung. Dieses Wechselspiel verleiht ihnen somit ihren eigentlichen Reiz. Die 2,20 S-Marke zeigt die Tracht aus Ischl in Oberösterreich um1820.