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150 Jahre Linzer Landestheater#

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Am 4. Oktober 1953 kann das Linzer Landestheater auf ein 150-jähriges Bestehen zurückblicken. Aber seine Theatergeschichte ist viel älter. Der erste uns erhaltene Beweis theatralischer Darbietungen geht auf den 20. Juni 1492 zurück. An diesem Tage krönteder alte Kaiser Friedrich III. in Gegenwart venezianischer Gesandter auf seiner ehrwürdigen Burg zu Linz Delius, der Verse auf ihn rezitiert hatt, zum Dichter und es ist sicher anzunehmen, daß dabei zum ersten Mal in Linz die im Charakter der italienischen Renaissance gedichteten lyrisch-orchestralen Festspiele ihren Einzug hielten. Im Frühjahr 1501 weilte Kaiser Maximilian I. mit seiner Gemahlin Bianca Sforza, umgeben von den Fürsten Mailands und dem ganzen Hofstaat in Linz. Am 1. März fand im großen Festsaal der Burg die glanzvolle Aufführung des "Ludus Dianae" des Conrad Celtis statt. Zum ersten Male in der Theatergeschichte überhaupt begegnen wir hier dem Gedanken, die kaiserliche Person als höchste des Schauplatzes in das Spiel einzubeziehen, was später im Barockzeitalter allgemein üblich werden sollte. Um 1521 fand dann die Reformation ihr Spiegelbild auf der Bühne im sogenannten Schuldrama. An der Linzer Landschaftsschule war von 1578 bis 1595 Georg Calaminus als Lehrer der klassischen Sprachen tätig. Von seinen vielen lateinischen Dramen ist seine Tragödie "Rudolphus et Ottocarus" theaterwissenschaftlich interessant, weil sich manche Stelle der Dichtung Calaminus in der Auffassung mit Franz Grillparzers "König Ottokars Glück und Ende" stark berührt, so beispielsweise die Verse zum Preise Österreichs mit den Worten, die Grillparzer im dritten Akt seines Dramas dem Horneck in den Mund legt. Das Markenbild zeigt das Linzer Landestheater nach einer alten Darstellung.