unbekannter Gast

Bild 'RedakII_560720a_1'

300. Geburtstag von Fischer von Erlach#

Sonderpostmarke

Johann Bernhard Fischer von Erlach wurde am 20. Juli 1656 in Graz geboren. Er studierte in Italien die Altertümer und lernte die Antike schätzen. Die Erweiterung des Schlosses in Frain durch den überragenden Bau des Ahnensaales dürfte Fischers erstes Werk im Gebiet der österreichischen Monarchie gewesen sein. Fischer wurde 1687 als Lehrer der Zivilarchitektur für den damals neunjährigen Kronprinzen Joseph bestellt. Als im Jahre 1690 sein Schüler Kronprinz Joseph zum Römischen Kaiser gekrönt wurde, bekam er den Auftrag zur Errichtung eines Triumphbogens für dessen Einzug in Wien. In der Folge entstanden monumentale Werke dieses begnadeten Architekten, die den Betrachter auch heute noch in Erstaunen versetzen. In Salzburg entstanden vier Kirchen, deren Ausführung sich zeitlich überschnitt. Die Dreifaltigkeitskirche (1694 bis 1702), die Kollegienkirche (1696 bis 1707), die Ursulinenkirche (1699 bis 1705) und die Johannesspitalkirche (1699 bis 1704) haben eine zweigeschossige Fassade, die durch eine Kolossalordnung von Pilastern gegliedert ist. An Palastbauten schuf er in Salzburg nur das später stark veränderte Schloss Kleßheim und den vielbestaunten Hochaltar in der Franziskanerkirche. Schloss Schönbrunn wurde 1686 nach seinen Entwürfen zu bauen begonnen. Als im Jahre 1713 die Pest in Wien ausbrach, gelobte Kaiser Karl VI., eine dem heiligen Karl Borromäus geweihte Kirche zu erbauen. Im Wettbewerb ging Fischer neben Hildebrandt und Ferdinando Galli-Bibiena als Sieger hervor. Fischer erlebte die Fertigstellungdes Gebäudes nicht mehr. Er starb am 5. April 1723. Erst zwei Jahre nach seinem Tod wurde die Kuppel geschlossen und zwölf Jahre danach die Karlskirche fertiggestellt.