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Österreichische Baudenkmäler - "Ledererturm in Wels"#

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Der Ledererturm, eine seltene Turmbezeichnung und damit auch in sprachlicher Beziehung eine besondere Eigenheit der Stadt Wels, schließt deren prächtigen Stadtplatz gegen Westen ab. Früher hatte vor diesem Turm die Ledererzeugung am Mühlbach ihren Sitz. Der Ledererturm ist der einzige erhaltene der ursprünglich vier Welser Tortürme. Er steht im Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer aus der Zeit Albrechts III. (1376) und ist mehrfach, zuletzt zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges, umgebaut worden. Die Stadt Wels liegt am Kreuzungspunkt zweier von der Natur vorgezeichneter Verkehrslinien. Die Ost-West-Linie zieht entlang der Traun. Die Kelten gründeten in Erkenntnis der Wichtigkeit des Tauernüberganges an dieser Stelle eine Siedlung und gaben ihr einen Namen, aus dem die Römer "Ovilava" machten und aus dessen Lokativ "Ovalavis" wohl über das schon 776 urkundlich genannte "Castrum Uueles" die Form Wels entstand. Die Nord-Süd-Linie von der Donau über die Traun bei Wels führte auf den Phyrnpaß, dann über Virunum am Zollfeld und endlich nach der Stadt Aquileia, beziehungsweise nach deren Zerstörung durch Attila nach Venedig. Damit war Wels durch seine verkehrstechnische Lage seit frühgeschichtlicher Zeit durch den Durchzug von Völkerscharen der verschiedensten Kulturkreise geprägt und durchlebte über die Jahrhunderte eine bewegte Geschichte.