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Tag der Briefmarke 1967#

Sonderpostmarke

Als Motiv der heurigen Sondermarke zum Tag der Briefmarke wurde die Briefbotenkarte aus dem Ambraser Hofkartenspiel gewählt. Sie entstammt dem zweitältesten Spiel der Sammlung von Erzherzog Ferdinand, der als Herr von Schloß Ambras bei Innsbruck für seine prachtvolle Renaissancehofhaltung bekannt war. In seinen Sammlungen findet man die ältesten erhaltenen Kartenspiele. Spielkarten wurden in Europa zum erstenmal 1299 erwähnt und dürften im 14. Jahrhundert schon sehr verbreitet gewesen sein, denn Kartenspielen war bereits verboten. Erzherzog Ferdinand hat natürlich nur besonders schöne Kartenspiele gesammelt. Seine ältesten Spielkarten stammen aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Dieses handgezeichnete und -gemalte Spiel ist das künstlerisch bedeutendste. Das französische Kartenspiel, das wahrscheinlich zu Lebzeiten des Erzherzogs entstanden ist, wurde in einem Fixierbuch aufbewahrt, das an sechs verschiedenen Stellen zu öffenen ist. 50 mal 40 Zentimeter große Karten mit Äpfeln, Birnen, Feigen und Granatäpfeln als Kartenfarben werden "das Kartenspiel für Riesen" genannt. Reich geputzte Affen sind die Figuren. Man sieht fast keine Abnutzungserscheinungen, ein Zeichen, daß man sich schon von Anfang an der Bedeutung des Spieles bewußt war, die darin bestand, daß die Hofhaltungen des Römisch-Deutschen Reiches, der Könige von Ungarn, Böhmen, und Frankreich originell dargestellt sind.