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Ausgrabungen Magdalensberg, Kärnten#

Sonderpostmarke

Das Wissen vom Bestand einer antiken Siedlung auf dem Magdalensberg in Kärnten verdankt die Neuzeit einem zufälligen, aber aufsehenerregenden Fund. Im Jahr 1502 stieß ein Bauer beim Pflügen auf der Südseite des Berges auf die lebensgroße Statue eines Jünglings aus Bronze, das Motiv dieser Sonderpostmarke. Der "Jüngling vom Helenenberg", wie der Magdalensberg damals hieß, ist die bedeutendste antike Plastik, die diesseits der Alpen je gefunden wurde und stellt einen in betender Haltung verharrenden Jüngling dar. Ihren hohen kunsthistorischen Wert verdankt sie dem Umstand, daß in ihr das Werk einer italienischen Kopistenwerkstätte im frühen ersten nachchristlichen Jahrhundert erkannt wurde, dessen Vorbild jedoch ein Original aus dem fünften Jahrhundert vor Christus ist. Die ersten Ausgrabungen am Magdalensberg erfolgten Mitte des 19. Jahrhunderts, weitere vor dem Ersten Weltkrieg. Untersuchungen der Funde ergaben, dass sie von einer großen, stadtähnlichen Siedlung des frühen ersten Jahrhunderts stammen. Im Jahr 1948 begann das Land Kärnten mit systematischen wissenschaftlichen Ausgrabungen. In den nunmehr 20 Grabungskampagnen konnte ein beträchtlicher Teil der Stadt freigelegt werden. Das Kleinfundemuseum und die weitläufige Konservierung freigelegter Bauten vermittelt den Charakter eines Freilichtmuseums, das jedes Jahr Besucher in großer Zahl besichtigen.