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Tag der Briefmarke 1970#

Sonderpostmarke

Wenn man von "Postautogarage" spricht, weiß jeder, was damit gemeint ist. Bei "Postsattelkammer" aber muß man heutzutage nachdenken, um zu begreifen, daß es ein Raum gewesen ist, wo Postsättel, Reittaschen, Zaumzeug, Peitschen, Hufeisen und ähnliche Dinge aufbewahrt worden sind. Am Anfang des europäischen Postwesens um 1500 standen ja Reitpostkuriere. Rasche Pferdestafetten bedeuteten die Uranfänge der Postorganisation. Dazu war es notwendig, bei den Poststationen zum Pferdewechsel alles vorzubereiten, was zum Reiten gehörte und ausgewechselt werden mußte. Als sich ab der Wende zum 17. Jahrhundert Postboten und Reisende nicht nur der Reitpferde, sondern auch der Wagen zu bedienen begannen, erweiterte sich die Sattelkammer zur Geschirrkammer. Nun kam zu Sattel und Zaumzeug das Pferdegeschirr. Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts wurden auf den österreichischen Straßen regelmäßige Postwagenkurse eingeführt. Von da an war die Geschirrkammer eine unbedingte Voraussetzung fast jeder größeren Poststation. Nur sehr kleine Stationen hatten Geschirr und Sättel im Pferdestall, im überwölbten Gang davor oder in der Wagenremise untergebracht. Das Markenbild zeigt Galaschlittenkummet, Sattel, Felleisen und Posthorn aus dem Besitz des Post- und Telegraphenmuseums in Wien.