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25 Jahre Österreichischer Gewerkschaftsbund#

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Die trostlose wirtschaftliche Lage der österreichisch-ungarischen Monarchie ließ den Ruf der mit Gewalt niedergehaltenen Arbeiterklasse nach einer Arbeitervereinigung immer lauter werden. Aber erst 1873 konnte sich der "Verband der Wiener Fachgewerkschaften" zusammenschließen, und es dauerte weitere 20 Jahre, bis sich eine vom Staat und von den Unternehmen unabhängige Dachorganisation konstituieren konnte, die sogenannten freien Gewerkschaften, die sich in erster Linie auf das Abschließen von Kollektivverträgen konzentrierten. Als 1918 von den mehr als 50 Millionen Bürgern, die auf dem Gebiet der österreichisch-ungarischen Monarchie lebten, nur sieben Millionen Menschen im nun entstandenen Österreich übrig blieben, darüber hinaus große Teile des industriellen Hinterlandes verlorengegangen waren, drohte der wirtschaftliche Bankrott. In dieser labilen Zeit übernahm der Gewerkschafter Ferdinand Hanusch das Staatsamt für soziale Fürsorge und setzte Errungenschaften durch, die teilweise noch heute gültig sind, wie zum Beispiel die Arbeitslosenversicherung oder das Urlaubsgeld. Bereits 1934 wurden sämtliche Gewerkschaften und Arbeiterorganisationen verboten, und es vergingen mehr als zehn Jahre, bis der Österreichische Gewerkschaftsbund, der heutige ÖGB, als einheitliche, überparteiliche Interessenvertretung der Arbeitnehmer gegründet wurde.