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XVI. Internationaler Kongreß für Byzantinistik#

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Von den rund 60.000 erhaltenen Handschriften des Mittelalters und der frühen Neuzeit befinden sich rund 1.100 im Besitz der Österreichischen Nationalbibliothek. Zu den seltenen Motiven, nicht nur im Wiener Bestand, gehört die Darstellung der heiligen Dreifaltigkeit in Menschengestalt und zwar im sogenannten Paternitas-Typus: Gott Vater frontal thronend mit Christus auf seinem Schoß, der die Geistertaube an seiner Brust birgt. Dieser auch auf dem Markenmotiv dargestellte ikonographische Typus tritt verhältnismäßig spät, nicht vor dem 12. Jahrhundert auf. Im Osten geht ihm der Christus-Emanuel-Typus voraus: Christus als präexistenter Logos, entsprechend der Danielvision (7,9) als Greis (Alter Tage) dargestellt, hält Christus Emmanuel, den inkarnierten Logos, auf seinem Schoß. Dies entspricht dem Text des Johannes Evangeliums (1,18). Man findet diesen Typus in byzantinischen Miniaturen des 11. Jahrhunderts. Die Trinitätsminiatur des Markenmotivs weist auf die Zusammenhänge zwischen östlichen und westlichen kulturgeschichtlichen Entwicklungen hin. Der 16. Internationale Byzantinistenkongreß, der von 4. bis 10. Oktober 1981 in Wien stattfand, beschäftigte sich mit den Einflüssen und Ausdruck der byzantinischen Kultur und wurde in der Wiener Hofburg abgehalten.