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200 Jahre Diözese St. Pölten#

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Kaiser Joseph II., der von 1780 bis 1790 regierte, versuchte mit zahlreichen Reformen das Reich der Habsburger zu modernisieren. Dazu gehörten auch viele kirchenpolitische Maßnahmen, die zum Teil sehr umstritten sind. Zu den unumstrittenen Maßnahmen gehört aber die bis heute aufrechte Neuordnung der Diözesen. Die Ursache für die Notwendigkeit seiner Initiative war vor allem die übergroße Ausdehnung der Passauer Diözese und der Umstand, daß der Passauer Bischof als Reichsfürst eine ausländische Obrigkeit darstellte. Nach verschiedenen anderen Überlegungen entschied Joseph II. am 21. November 1783, daß Niederösterreich auf zwei Diözesen aufgeteilt werden sollte. Die beiden östlichen Landesviertel kamen zum Erzbistum Wien, die beiden westlichen Viertel sollten zum Bistum St. Pölten kommen. Dorthin wurde auch der Bischofssitz von Wiener Neustadt verlagert. Da aber Diözesanerrichtungen Angelegenheit des Apostolischen Stuhles in Rom sind, mußten vor Verwirklichung dieser Pläne Verhandlungen mit dem Papst aufgenommen werden. Papst Pius der VI. erließ am 28. Jänner 1785 die Bulle "Inter plurimas", durch die die Diözese St. Pölten errichtet und gleichzeitig das Bistum Wiener Neustadt unterdrückt wurde. Das Markenmotiv zeigt das Bischofstor der bischöflichen Residenz sowie das Diözesanwappen.