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© Österreichische Post
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175. Geburtstag von Franz Liszt#

Sonderpostmarke

Franz Liszt - Virtouse, Dirigent, Komponist, Pädagoge - , anläßlich seines "Jubiläumsjahres" rückte er wieder zunehmend ins Blickfeld der zahlreichen Musikliebhaber. Dem trug auch die österreichische Post mit der Herausgabe dieser Sonderpostmarke Rechnung, die das Geburtshaus und ein Portrait des Komponisten zeigt. Immer noch sind große Teile von Liszts kompositorischem Schaffen recht selten im Konzert zu hören oder als Tonaufnahme erhältlich. Daraus ergibt sich, daß die Nachwelt zunächst Liszt weniger geehrt und im Gedächtnis behalten hat, als es der europaweit legendäre Ruf vermuten ließe, den er zu Lebzeiten als Pianist erworben hatte. Die Publikumswirksamkeit des Virtuosen war wohl ein Produkt seiner einzigartigen Persönlichkeit, wie auch ein Zeitgenosse schrieb: "Liszt wird immer eine höchst merkwürdige Erscheinung in der Kunstgeschichte bleiben - freilich wird sein Bild vor der Nachwelt dastehen wie ein verblaßtes, verschossenes Pastellportrait, denn es ist seine Person, seine lebendige Gegenwart, die alles macht und wirkt." Es ist wenig sinnvoll, der Frage nachzugehen, ob Liszt, dessen Geburtsort Raiding (heute im mittleren Burgenland) im Jahre 1811 zum ungarischen Komitat Sopron (Ödenburg) gehörte, ob Österreich oder Ungarn ihn und seine Leistungen für sich beanspruchen kann, denn eigentlich war er Weltbürger. Sein überaus bewegter Lebensweg führte ihn zu äußerem Ruhm, der zeitweilig zum Starkult anwuchs. Der "Wirbel" um seine Person in den letzten Lebensjahren steht aber auch im Gegensatz zu einer ständigen Entfremdung als Künstler von seiner Umgebung, zur mangelnden Anerkennung als Komponist. Er hatte sich im Laufe seiner Entwicklung von der "symphonischen" Aufgabe zur "oratorischen" gewandt und neben mehreren geistlichen Kompositionen zwei große Oratorien geschrieben, denen aber kein großer Erfolg beschieden war. Zahlreiche resignative Äußerungen in den Briefen aus dieser Zeit und Berichte über eine manchmal beißende Ironie Liszts lassen die seelischen Schwierigkeiten des Künstlers erahnen. Späte Klavierstücke ("Nuages gris", "Trauergondel", "Bagatelle ohne Tonart") geben von dieser verzweifelten Trauer ein erschütterndes Zeugnis. Von Zeitgenossen blieb Liszt zum Großteil unverstanden; so bleibt es uns überlassen, seine Worte und Werke als verwandt zu erkennen und richtig zu deuten. Diese Briefmarke will dazu eine Anregung geben.