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100. Todestag von Anton Bruckner#

Sonderpostmarke

Österreichs kulturelle Weltbedeutung in der Musik, durch Haydn, Mozart und Schubert begründet, wurde in der zweiten Hälfte der 19. Jahrhunderts durch das Lebenswerk Anton Bruckners erweitert. Österreich ehrt diesen genialen Musiker mit einer Sondermarke, die die berühmte Brucknerorgel in St. Florian zeigt. Bruckner wurde am 4. September 1824 in Ansfelden bei Linz geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters nahm ihn das Augustiner-Chorherrenstift St. Florian als Sängerknabe auf. Die weiträumige und lichtdurchflutete Architektur des prachtvollen Barockbaus war das Urbild der Tonarchitektur seiner Symphonien. Bis zu seiner Stellung als Linzer Domorganist war Bruckner musikalischer Autodidakt und erst Jahre später schloss er die Studien des Kontrapunktes bei Simon Sechter am Wiener Konservatorium erfolgreich ab. In seinem 40. Lebensjahr schrieb Bruckner sein erstes großes Meisterwerk, die d-moll- Messe. Ihr Erfolg führte ihn zu der berühmten Bläsermesse in e-moll, mit der er die Reform der Kirchenmusik vorwegnahm. Zwischen diesen kirchenmusikalischen Arbeiten komponierte Bruckner zwei Symphonien, in denen er versuchte, Beethovens symphonische Form zu erweitern. Er selbst ließ aber erst sein drittes symphonisches Werk als seine 1. Symphonie gelten. Allerdings ging diese weit über das Auffassungsvermögen seiner Zeitgenossen hinaus und der Erfolg blieb mäßig. Wie bei den meisten Genies brauchte es geraume Zeit, bis sein Werk das für eine bleibende Anerkennung erforderliche Verständnis fand. Heute erkennt man, daß Bruckner seiner Zeit voraus war, denn er verstand es wie kein anderer, Beethovens Symphonieform auszubauen, zu vollenden und vielleicht sogar zu überflügeln.