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100 Jahre Blindenselbsthilfe in Österreich#

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Gegen Ende des 19. Jahrhunderts haben sich blinde und schwerst sehbehinderte Frauen und Männer zusammengeschlossen. Der Zweck dieses ersten Zusammenschlusses war, blinde Menschen zu unterstützen und ihnen Hilfe bei ihrer beruflichen Tätigkeit zu geben. Außerdem waren ihre Lebensinteressen in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht zu vertreten. Eine Zielsetzung, die durchaus einer Behindertenorganisation unserer Zeit entspricht. Die in unserem Jahrhundert entstandenen Blindenvereine schlossen sich nach dem Krieg zum Blindenverband zusammen. Der Blindenverband betreibt eine Reihe von Aktivitäten zum Nutzen und Wohle von blinden Menschen. So führt er eine Hörbücherei (ca. 6.000 Werke), die eine wertvolle Einrichtung darstellt. Durch viele Jahre wurde von engagierten Vertretern der Blindenselbsthilfe eine finanzielle Abgeltung der blindheitsbedingten Mehrbelastung gefordert. 1993 konnte endlich ein Gesetz durchgesetzt werden, das für Blinde und hochgradig Sehbehinderte die notwendige Unterstützung festlegt. Auch der Blindenbildung und beruflichen Weiterbildung wenden die Selbsthilfeorganisationen besonderes Augenmerk zu. Die Frühförderung blinder Kinder im Vorschulalter und Beratung der Eltem sowie das Training in den lebenspraktischen Fertigkeiten, Mobilitäts- und Orientierungstraining, werden zum größten Teil von Fachkräften durchgeführt. Der Selbsthilfegedanke ist bei blinden und sehbehinderte Menschen besonders ausgeprägt und wird auch auf internationaler Ebene, nämlich der Europäischen Blindenunion und der Weltblindenunion wahrgenommen. Den blinden Menschen widmet die Post und Telekom Austria eine besondere Briefmarke, deren Wert nicht nur im Druck, sondern auch in Blindenschrift aufgebracht ist, was eine Weltpremiere darstellt. Das Markenbild zeigt einen Blinden mit Blindenhund.