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Orthopädenkongreß - Wien 1997#

Sonderpostmarke

Die Sonderpostmarke anläßlich des Orthopädenkongresses (17. bis 21. September 1997 in Wien), zeigt ein Portrait von Prof. Adolf Lorenz, Begründer der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie (1901) und der ersten Wiener orthopädischen Schule, und ein verkrümmtes Bäumchen, das mit einem Seil an einem Stützpfahl zurechtgebogen wird. Die Darstellung des Bäumchens geht auf ein 1741 in Paris erschienenes Werk von Nicolas Andry (1658-1742) zurück. Nach Andry besteht der menschliche Körper aus dem Stamm und den äußeren Gliedern: Das Rückgrat ist der Stamm, die Körperglieder sind die Äste. Andrys Bäumchen ist zum Symbol des Faches Orthopädie geworden. Der Orthopädenkongreß 1997 wird von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie (DGOT) gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie (ÖGO) und dem Berufsverband der Ärzte für Orthopädie in der Wiener Hofburg veranstaltet. Adolf Lorenz wurde am 21.April 1854 in Weidenau (Österreich-Schlesien) geboren. Bereits zu Lebzeiten war er als "Vater der Orthopädie" in die Geschichte der Medizin eingegangen. Adolf Lorenz promovierte an der Universität Wien zum Doktor der gesamten Heilkunde und wurde Operateur an der I. Chirurgischen Klinik. Er begann neue Wege der Behandlung zu suchen. Eine von ihm erfundene Methode beruht darauf, deformiertes Gewebe durch Manipulation mit den Händen oder Behandlung mit eigens dazu erfundenen Maschinen zur Normalität zurückzuführen. Sein Motto war: Die Wiederherstellung der Funktion über die Wiederherstellung der Form. Lorenz war der erste Mediziner in Wien, der den Professorentitel für orthopädische Leistungen erhielt. Damit wurde auch die Abspaltung vom Mutterfach Chirurgie eingeleitet. Einfachheit und Ungefährlichkeit kennzeichneten Lorenz' medizinisches Arbeiten. Zur unblutigen Behandlung waren immer neue Instrumente notwendig, die er ständig auf den neuesten Stand brachte. Die Orthopädie nach Lorenz unterscheidet sich von der allgemeinchirurgischen Vorgangsweise darin, daß jede orthopädische Operation ungefährlich sein sollte, die nicht zur Erhaltung des Lebens, sondern nur mit Rücksicht auf die Schönheit durchgeführt wird. Eine spektakuläre Hüftluxationsbehandlung in den USA ermöglichte seiner Methode den Durchbruch und ließ den Namen Lorenz weltweit bekannt werden. Die Österreichische Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (ÖGO): Die ÖGO wurde 1948 gegründet. Das Sonderfach Orthopädie und Orthopädische Chirurgie umfaßt die Erkennung, Prävention und Rehabilitation von angeborenen und erworbenen Formveränderungen und Funktionsstörungen, Erkrankungen und Verletzungsfolgen der Stütz- und Bewegungsorgane, einschließlich der damit verbundenen Studien und Forschung. Die ÖGO bietet regelmäßige Kurse für diejenigen Kollegen an, die nicht alle Spezialgebiete an der eigenen Abteilung erlernen können. Das Ausbildungsziel ist eine umfassende und möglichst homogene Ausbildung für alle in Ausbildung stehenden Ärzte.