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Volksbrauchtum und volkskundliche Kostbarkeiten - "Fiaker Wien"#

Sonderpostmarkenserie

Der Name Fiaker, der sowohl Gefährt als auch in Wien den Lenker des Gefährtes benennt, leitet sich vermutlich vom heiligen Fiacrius ab. Bevor der Fiaker in Wien der Kaiserzeit verkehrte, begnügte man sich beispielsweise mit den Tragsesseln (Portechaises), die seit 1689 offiziell vermietet werden durften. So gab es im Jahre 1782 bereits 100 Tragsessel zu mieten, die man von 6 Standplätzen aus ordern konnte. 1888 wurde dieser Dienst eingestellt, zu diesem Zeitpunkt verkehrten bereits 684 Fiaker. Als Alternative zum eher teuren Fiaker boten sich die "Zeiselwagen", ungefederte Bauernleiterwagen mit einer Plache als Regenschutz, an. Diese durften allerdings nicht in die Stadt selbst hineinfahren, sondern nur außer den Linien (Gürtel) oder Überland verkehren. Die Fiaker-Lizenz war nur Leuten vorbehalten, die schon einige Jahre als Fuhrwerker gefahren waren, die über ein bestimmtes Vermögen verfügten und einen einwandfreien Leumund nachweisen konnten. Weiters durften sie kein anderes Gewerbe betreiben und mußten vom Militärdienst befreit sein. Heute beleben noch rund 90 Fiaker das Alltagsbild von Wien.