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60 Jahre Bundeswirtschaftskammer#

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Ein Jahr nach den Feiern der Republik kann auch die Bundeswirtschaftskammer auf ein 60 jähriges Bestehen zurückblicken. Die gesetzliche Grundlage zur Errichtung einer Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft, das Handelskammergesetz, beschloss das Parlament am 24. Juli 1946. Mitbegründer und erster Präsident der Bundeswirtschaftskammer war Julius Raab. Mit dem Handelskammergesetz wurden rund 130 Fachverbände organisatorisch zusammengefasst und die Wirtschaftsförderungsinstitute errichtet. Unter Raab entwickelte sich die neu geschaffene Institution zu einem Eckpfeiler der österreichischen Wirtschafts- und Sozialpolitik. Den Grundstein zu den kommenden Erfolgen der österreichischen Exportwirtschaft legte Julius Raab mit der Eröffnung des ersten Auslandsbüros 1946 in Paris. Traditionelle Exportmärkte konnten in der Folge wieder gewonnen und neu aufgebaut werden. Als eine der vier großen Interessenvertretungen, dazu zählen noch der Österreichische Gewerkschaftsbund, die Arbeiterkammer und die Landwirtschaftskammer, trug sie wesentlich zum Wiederaufbau der österreichischen Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg bei. Die Zusammenarbeit dieser Interessenverbände, zumeist kurz als .Sozialpartnerschaft. bezeichnet, ist ein einzigartiges Instrument mit zwischenzeitlich europäischer Vorbildwirkung. Sie beruht auf der Überzeugung, dass Ziele in der Wirtschafts- und Sozialpolitik durch koordiniertes Handeln der großen gesellschaftlichen Gruppen auf dem Dialogweg besser erreicht werden können als durch Austragen von Konflikten mit Kampfmaßnahmen. Umgesetzt wird diese Zusammenarbeit in der Paritätischen Kommission, die seit 1957 die Spitzenrepräsentanten von Regierung und den vier großen Interessenvertretungen an einem Tisch vereinigt. Als eine der positiven Folgen des Bemühens um politische Kompromisse kann zum Beispiel die geringe Anzahl an Streiktagen in Österreich angeführt werden. Österreich nimmt mit Null Streiktagen je 1.000 Beschäftigten eine Spitzenstellung in Europa ein. Im Februar 1963 übernahm Ing. Rudolf Sallinger von Julius Raab die Präsidentschaft der Bundeswirtschaftskammer. Er erwarb sich große Verdienste beim Aufbau einer weltumspannenden Außenwirtschaftsorganisation. Derzeit betreibt die Wirtschaftskammer weltweit über 100 Außenhandelsstellen und Marketingbüros zur Unterstützung der grenzüberschreitenden Aktivitäten österreichischer Unternehmen. Die Achse Sallinger - Benya, dem damaligen ÖGB-Präsidenten, wurde ebenso wie vorher die Achse Raab . Böhm zur Vertrauensgrundlage der österreichischen Sozialpartnerschaft. Mit Leopold Maderthaner an der Spitze wurde die Wirtschaftskammer Österreich Speerspitze für einen Beitritt Österreichs zur EU. Im Jahre 2000 wählte der Kammertag Dr. Christoph Leitl zum Präsidenten. Von 2002 bis 2006 fungierte Leitl auch als Präsident der europäischen Wirtschaftskammern (EUROCHAMBRES). 2006 wurde er darüber hinaus zum Präsidenten der Global Chamber Platform gewählt. Kammerreform, EU-Erweiterung und Globalisierung prägen diese Zeit. Die Wirtschaftskammer Österreich versteht sich heute als Begleiter und Chancenvermittler für unternehmerischen Erfolg und will dazu beitragen, dass Österreich mit seinen Begabungen und Talenten, aber auch seinen Werthaltungen den Menschen unseres Landes Zukunftsoptimismus vermittelt.