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Autos - Steyr 220#

Sonderpostmarkenserie

Nach dem 1. Weltkrieg war dem österreichischen Betrieb in Steyr, der 1864 als Waffenfabrik von Josef und Franz Werndl gegründet wurde und heute zum Magna-Konzern gehört, durch den Friedensvertrag von Versailles die Waffenproduktion verboten. Zur Rettung des Werkes verlegte man sich auf die Automobilerzeugung. Die Umstellung auf zivile Produkte gelang, bereits 1920 rollte das erste Steyr-Auto aus dem Werk. 1935 erfolgte die Fusionierung mit den Grazer Daimler-Puchwerken zur Steyr-Daimler-Puch AG. In Graz verblieb die Zweiradproduktion, in Steyr fertigte man PKW und LKW. Ab 1936 brachte Steyr den Kleinwagen vom Typ 50 bzw. Typ 55, auch 'Steyr-Baby' genannt, auf den Markt, er galt bereits als komfortabler und robuster Wagen mit guter Straßenlage. Steyr-Fahrzeuge waren zwar technisch anspruchsvoll, aber wegen der geringen Stückzahlen trotz moderner Fertigungsmethoden leider teuer. Dennoch gab es genug Nachfrage nach einem exklusiven Auto mit mehr Leistung. So entwickelte man in Steyr aus den Typen Steyr 100 und Steyr 200 ein repräsentatives Fahrzeug und produzierte ab dem Jahre 1937 die Limousine Steyr 220 Innenlenker. Sie war das Flaggschiff der Steyr-PKW-Produktion, das ausgefeilte Technik, Stil und Komfort in sich vereinigte. Ausgestattet mit einem Sechszyliner-Hängeventil-Motor der aus einem Hubraum von 2260ccm eine Leistung von 55 PS erzielte, erreichte die Limousine eine Spitzengeschwindigkeit von 125 km/h und verbrauchte 11-15l Treibstoff auf 100 km bei einem Gesamtgewicht von etwa 1260 kg. Der tiefe Schwerpunkt des Wagens zusammen mit dem Steyr-Schwingachsenantrieb, Einzelradfederung und stoßfreier Einzelradlenkung garantierte eine vorzügliche Straßenlage. Als weiteres Charakteristikum der vier bis fünfsitzigen Limousine sind die Ganzstahlkarosserie in Stromlinienform und die zwei gegeneinander schließenden Türen je Wagenseite zu erwähnen. Werkseitig wurden die viertürige Limousine sowie auch ein zweitüriges Kabrio (mit zwei Seitenfenstern) angeboten. Die Automobilserie Steyr 220 wurde bis weit in das Kriegsjahr 1941 hinein gefertigt, insgesamt 5900 Stück. Einen Steyr 220 zu besitzen bedeutete stolz auf ihn zu sein und beneidet zu werden. Steyr Automobile wurden durch ihre sportlichen Erfolge und Materialbeanspruchenden Expeditionsfahrten - Max Reisch fuhr 1935 mit einem '100er Steyr' über 42.000 km rund um die Welt - auch weit über Österreichs Grenzen für ihre hohe Qualität und hochwertige Verarbeitung bekannt.