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© Österreichische Post
© Österreichische Post

Tag der Briefmarke 2006#

Sondermarkenserie mit Zuschlag

Die Entwicklung der österreichischen Flugpost ab 1945: Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam auch das Ende der zivilen Flugpost von und nach Österreich. Keiner der Flughäfen rund um Wien war funktionstüchtig geblieben, doch versuchten die .Besatzungsmächte" sehr rasch, wieder einen behelfsmäßigen Flugverkehr zu ermöglichen. Die Amerikaner hatten sich den Flugplatz in Langenlebarn bei Tulln als Stützpunkt gewählt, die Sowjets benutzten Aspern und einige kleinere Flugplätze im Süden und Osten Wiens, Briten und Franzosen teilten sich das Areal in Schwechat. Die erste Flugpost nach dem zweiten Weltkrieg von und nach Österreich war die Feldpost von und an Angehörige der alliierten Besatzungstruppen. Ein beschränkter Auslandspostverkehr war für Zivilpersonen erst ab 2. Januar 1946 zugelassen, ab Österreich allerdings nur auf dem Landweg. Erst ab 25. März 1946 konnte auch wieder Flugpost nach dem Ausland aufgegeben werden, Deutschland und Japan blieben allerdings noch vom Postverkehr ausgeschlossen. Und selbstverständlich musste jeder Brief die Zensur durchlaufen. Abgeleitet wurden die ersten Flugpostsendungen entweder über London mit Flugzeugen der Royal Air Force oder über Paris mit der Eisenbahn. Großes Medienecho (auch im Inland) fand dann die Aufnahme des direkten Linienverkehrs durch die amerikanische Fluglinie PAN AM von New nach Wien. In der Folge eröffneten auch andere ausländische Fluggesellschaften den Liniendienst von und nach Österreich, was auch durch entsprechende Erstflugbelege dokumentiert wurde. Zur Gründung einer selbständigen österreichischen Fluggesellschaft kam es erst 1957. 1958 erfolgte dann der erste Flug von Wien nach London mit einem aus Norwegen geleasten Flugzeug. 1969 nahm die AUA in Koooperation mit der belgischen SABENA den Transatlantikdienst auf der Strecke Wien - Brüssel - New York auf. War ursprünglich eine Reise durch die Lüfte sowohl für Passagiere wie auch für die Post etwas besonders, so ist das Flugzeug (auch durch die erfolgten Kapazitätserweiterungen) heute längst zum alltäglichen Verkehrsmittel geworden, das selbstverständlich auch zur Massenbeförderung von Post genutzt wird. War ursprünglich die zuschlagsfreie Beförderung von Flugpostsendungen nur nach einigen, wenigen Ländern vorgesehen, so wurde diese immer mehr ausgeweitet und ging schließlich in einer Neukonzeption der Postentgelte für den Briefverkehr auf. Heute gibt es nur mehr 'Priority'-Sendungen, die stets auf dem schnellstmöglichsten Weg abgeleitet werden, und 'Non-Priority'-Sendungen, die nach weiter entfernten Ländern durchaus auch einen Teil ihrer Reise an Bord eines Flugzeuges zurücklegen dürfen. Die Einbindung von Flugplätzen in den Bundesländern in den Luftpostverkehr wurde im Laufe der Jahre immer mehr reduziert. Herbert Judmaier (c) by author 2006