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75 Jahre Erdölförderung in Österreich#

Blockausgabe

Erdöl ist der Motor unserer Wirtschaft - das wird uns heute tagtäglich bewusst, wenn wir feststellen, dass nahezu jede politische Krise den Erdölpreis sofort nach oben treibt. In der Zwischenkriegszeit lagen wichtige Förderstätten noch in Europa, eine davon im niederösterreichischen Weinviertel. Zentrum der Aufschließungsarbeiten war damals der Raum Zistersdorf, rund 40 Kilometer nördlich von Wien. 1931 begann die damals neu gegründete "Erdölproduktions-Gesellschaft m.b.H." (EPG) - die später das Zistersdorfer Ölfeld erschließen sollte - gemeinsam mit der "Gewerkschaft Raky Danubia" ihre erste Bohrung "Gösting 1" abzuteufen. Im "Steinbergflysch" wurde Gas in 733,6 Meter Teufe angebohrt und am 9. November 1932 bei 785,5 Metern ein Schöpfversuch unternommen, in dessen Folge das Bohrloch eine von selbst ausfließende Ölproduktion bekam. Dies war die Geburtsstunde der kommerziell nutzbaren Erdölförderung in Österreich. Zur Förderung des Öles wurde eine Pipeline von zirka 2,5 Kilometer Länge von der Bohrung bis zur Eisenbahnstation Zistersdorf verlegt, wo in einem Festakt am 16. Februar 1933 der Abtransport des Öles zur Raffinerie der Shell-Mineralölfabrik AG nach Wien-Floridsdorf gefeiert wurde. Bis heute werden im Marchfeld und nördlich davon Erdöl und Erdgas gefördert. Zahllose Bohrtürme und Pumpenböcke weisen noch immer auf die wirtschaftliche Bedeutung der Förderung hin. Erdöl - das "Schwarze Gold" . ist ein in der Erdkruste eingelagertes, vorwiegend aus Kohlenwasserstoff bestehendes, so genanntes "lipophiles Stoffgemisch". Interessant ist: Rohöl stellt mit unglaublichen 17.000 Bestandteilen eine der komplexesten Mischungen an organischen Stoffen, die in natürlicher Weise auf der Erde vorkommen, dar! In den modernen Industriegesellschaften ist Erdöl der wichtigste Rohstoff überhaupt. Nicht nur für die Produktion von Treibstoffen, sondern auch als Ausgangsstoff für die chemische Industrie besitzt es herausragende wirtschaftliche Bedeutung. Farbe und Konsistenz können von transparent und dünnflüssig bis tiefschwarz und dickflüssig zäh variieren. Sein charakteristischer Geruch stammt von den Schwefelverbindungen - und er kann zwischen angenehm und widerlich abstoßend wechseln. Wie auch immer die sinnlichen Eindrücke wahrgenommen werden, fest steht: Farbe, Konsistenz und Geruch sind stark von der geografischen Herkunft abhängig.

Übrigens: Auf der neuen Sondermarke hat die Post den typischen Geruch des Erdöls "eingefangen". Wenn man an dem dargestellten Tropfen (links oben im Markenbild) reibt, setzt man das authentische Aroma frei.