unbekannter Gast

© Österreichische Post
© Österreichische Post

Tag der Briefmarke 2007#

Sondermarke mit Zuschlag

Das Markenbild zeigt den Eildampfer "Wien" nach einem Gemälde des Marinemalers Harry Heusser aus dem Jahr 1912. Lloyd pflegte alle neuen Schiffe von namhaften Malern portraitieren zu lassen. Die "Wien" wurde 1911 erbaut. Bis zum Ersten Weltkrieg war sie zusammen mit dem Schwesterschiff "Helouan" im Expressdienst zwischen Triest und Alexandrien eingesetzt. Die beiden Schiffe waren für ihren großen Komfort und gediegene Ausstattung bekannt. Sie boten 260 Passagieren Platz. Mit ihrer Länge von 135 m und einer Breite von 16,2 m brachten sie es auf 7.367 Bruttoregistertonnen. Die Kessel wurden mit Naphta geheizt, 10.000 PS trieben die Zwillingsschrauben an. Während des Ersten Weltkrieges war die "Wien" als Spitalsschiff in Verwendung und fiel nach Kriegsende an Italien, wo sie bei Lloyd Triestino bis zur Versenkung im Jahr 1941 im Dienst stand. Die Postbeförderung zur See hat in Österreich eine 100 Jahre lange Tradition, die erst mit dem Ende des Ersten Weltkrieges ihr Ende fand. Sie begann 1797mit der Übernahme der Staatsverwaltung in Dalmatien. Gleichzeitig erfolgte auch der Aufbau des Postwesens. Anfangs wurden die private Küstenschifffahrt als einzige rasche Verbindung entlang der Küste wie auch die K.u.K. Kriegsmarine für die Postbeförderung genützt. Später setzte die Post eigene Schiffe (Postsegelbarken) ein. Mit der Gründung der Dampfschifffahrtgesellschaft Österreichischer Lloyd 1836 in Triest begann auch das Zeitalter der Schiffspost. Die Schiffe des Lloyd waren in der Adria und im östlichen Mittelmeer unterwegs. Eine der ersten regelmäßigen Postfahrten mit Lloyd-Dampfern erfolgte auf der Linie Triest - Konstantinopel. Nach der Eröffnung des Suezkanals liefen die Linienschiffe des Lloyd auch die großen Hafenstädte des mittleren und fernen Ostens an. Der "Österreichische Lloyd" war verpflichtet, die Postgeschäfte für Rechnung der jeweiligen regionalen Postverwaltung zu führen. Mit Vertrag vom 13. Juni 1837 wurde die Postbeförderung durch Schiffe des Österreichischen Lloyd geregelt. Die Posteinsammlung jedoch erfolgte durch K.K. Postämter in den Hafenorten. Die Schiffe durften die K.K. Postflagge führen. Ab 1845 wurde den postführenden Lloyd-Schiffen das Qualitätsmerkmal einer K.K. Staatspostanstalt zuerkannt, die folge davon waren eigene Schiffsstempel. Die verwendeten Stempel trugen (auswechselbare) Ortsnamen nur in italienischer Sprache und die Bezeichnung V.L.A. (Vapore Lloyd Austriaco). Ab 1869 wurden auf den Lloyd-Linien in der Adria Schiffspostämter eingerichtet, wie zum Beispiel das Schiffspostamt Nr. 1 auf dem Abschnitt Triest - Korfu. In den Hafenorten der Levante betrieb Lloyd eigene Agenturen, an denen auch Lloydpostämter eingerichtet waren.