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Weihnachten 2007 - Altarbild Oberwöllan#

Sonderpostmarke

Als Markenmotiv für die Weihnachtsmarke 2007 wurde die Darstellung der Geburt Christi auf dem Altarbild des gotischen Flügelaltars von Oberwöllan ausgewählt. Der kostbare Altar aus dem Jahr 1519 befindet sich nach seiner Renovierung als Leihgabe im Diözesanmuseum in Klagenfurt. Der vollständig erhaltene Altar präsentiert sich als ein wahres Kleinod des Museums. Das zentrale Bild dieses Altares ist als Schreinrelief gearbeitet und stellt das Weihnachtsgeschehen in gemalter und geschnitzter Form dar. Eine jugendliche Maria kniet anbetend vor dem Kind. Josef steht voll Andacht dabei und hält ein Windlicht in der Hand. Ochs und Esel wärmen mit ihrem Atem das kleine Kind. Die goldene Rundbogenöffnung im Hintergrund ist Teil einer ruinenhaften Architektur, die das zu Ende gehende Alte Testament symbolisiert. Teilweise verdeckt durch die geschnitzte Zierranke erkennt man die Szene der Verkündigung an die Hirten. Das zentrale Altarbild wird außen umgeben von zwei beweglichen Schreinflügeln, auf denen reliefartig die Hl. Katharina und die Hl. Barbara dargestellt sind. Auf der Rückseite der Flügel ist die Verkündigungsszene gemalt. Auf den beiden Standflügeln sind die Hl. Dorothea und die Hl. Agnes zu sehen. Im Altaraufsatz erhebt sich über dem geschnitzten Engelsreigen eine im Stil der Donauschule gemalte Dreikönigsdarstellung. Die Filialkirche St. Peter und Paul der Streusiedlung Oberwöllans im Gemeindegebiet von Arriach liegt auf dem sonnseitigen Abhang des Wöllaner Nocks in einer Seehöhe von ca. 1200 m. Sie zählt zu den kunsthistorisch wertvollsten Höhenkirchen Kärntens. Erbaut im 14. Jahrhundert, wurde der romanische Kern der Kirche in der Spätgotik und Barockzeit erweitert. Der mächtige Turm mit Schießscharten erinnert an die frühere Funktion als ummauerte Wehrkirche. An den Außenwänden der Kirche befanden sich Fresken . ein Christophorus ist noch zu sehen. Die Innenausstattung stammt aus dem 16. bzw. 17. Jahrhundert. Besonders erwähnenswert ist das in Kärnten einzigartige Betgestühl mit gangseitigen Klappsesseln und die mit 1530 datierte bemalte Kassettendecke. Im Altarraum befinden sich noch Fresken eines unbekannten Meisters aus dem Jahre 1494. Die Kirche von Oberwöllan wurde erstmalig 1615 als Filialkirche von Treffen erwähnt, betreut von den Evangelischen. Seit der Reformationszeit bekennen sich nämlich viele Arriacher zum Lutherischen Glauben. Dies zeigte sich auch bei der Generalsanierung des bedeutenden Kulturdenkmals 1985, als die Gemeindebürger solidarisch viel Geld und auch Arbeitszeit in die Renovierung ihrer Kirche investierten.