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© Österreichische Post
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Europa 2008 - Briefeschreiben#

Sonderpostmarke

Briefe – Geschäftsbriefe, Private Briefe, Liebesbriefe, Drohbriefe, Dankbriefe, Mahnbriefe, Gratulationsbriefe, Kondolenzbriefe, Lehrbriefe, offene Briefe, Steckbriefe, Geldbriefe, literarische Briefe, Kurzbriefe, Billets, E-Mails, S.M.S. ... seit der Mensch des Schreibens kundig ist, gibt es auch den Brief als schriftliche Mitteilung an abwesende Personen. Älteste briefliche Mitteilungen sind uns aus dem alten Ägypten und aus Babylon überliefert, geschrieben auf Papyrus bzw. auf Tontafeln. Griechen und Römer ritzten ihre Schriftzeichen auf mit Wachs überzogenen Holztäfelchen ein. Inder und Chinesen benutzten schon frühzeitig Palmblätter. Im europäischen Mittelalter verwendete man Pergament, bis sich allmählich das Papier durchsetzte. Um den Briefinhalt vor neugierigen Augen zu schützen, verschnürte man die Brieftäfelchen und Pergamentrollen und siegelte sie mit Wachs, im 15. Jahrhundert kam in Europa der Siegellack aus China in Gebrauch. Für das Einlegen von Briefen in einen Umschlag erfand 1820 der Engländer Brewer das Kuvert. Für kurze Mitteilungen setzte sich die Postkarte durch. Heute eröffnen die neuen elektronischen Medien weitere Möglichkeiten für schriftliche Mitteilungen. Im Mittelalter war lange Zeit Latein die vorherrschende Briefsprache der klösterlichen und fürstlichen Schreibstuben. Im 14. Jahrhundert begann der bürgerliche Brief Platz zu greifen und damit auch die deutsche Sprache. Der meist Schreibunkundige diktierte einem Schreiber, ein Vorleser vermittelte den Briefinhalt. Übermittelt wurden die Briefe von Boten, denen der Empfänger meist bekannt war, demnach waren Adressangaben eher ungenau. Ab dem Zeitalter der Reformation nutzten breitere Volksschichten das Briefschreiben. Briefschreiben entwickelte sich im 18. Jahrhundert, dem „Jahrhundert des Briefes“, zu einer eigenen literarischen Form. Der Stil war geprägt vom Geschmack eines Bildungsbürgertums und erfasste alle Schichten und Stände. Mit dem Revolutionsjahr 1848 setzte sich die nüchterne Form des Schreibens durch und zeigte durchaus den Charakter der Eile. Mit der technischen Entwicklung entstanden neue Organisationsformen der Post und des Transportes und ließen die Korrespondenz in ungeahntem Maße anwachsen. Auf dem industriell hergestellten Kuvert stand nun eine genaue Adressangabe und allfällige Beförderungs- und Frankierungsvermerke. Die nächste Änderung erfolgte mit der Einführung der Briefmarke (1850)als Beförderungsentgelt und der Abstempelung zum Beweis der Durchführung.