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Bundesgestüt Piber#

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Der Lipizzaner, auch Kaiserschimmel genannt, ist die österreichische Pferderasse aus der glanzvollen Zeit der Donau-Monarchie, Österreichsymbol und Touristenattraktion par Excellenze. Seit langem ist der Lipizzaner mit der spanischen Hofreitschule in Wien gemeinhin assoziiert, in der die edlen Warmblutpferde gemäß der klassischen Reitkunst ausgebildet werden. Als Fohlen haben sie eine dunkle Farbe und werden erst mit 4-10 Jahren als ausgewachsene Pferde weiß. Der Typ des Lipizzaners hat sich gute 300 Jahre nicht verändert. Er ist ein athletisches Pferd, Härte und Ausdauer zeichnen ihn aus, die Bewegungen wirken graziös, auffällig ist sein federnder Gang. Der Charakter des Pferdes ist freundlich und ausgeglichen. Es lernt schnell, arbeitet mit Eifer und eignet sich sehr gut zur Dressur und auch als Wagenpferd. Im Bundesgestüt Piber wird nach alter Tradition gezüchtet. Die besten Hengste werden vierjährig nach Wien an die Spanische Hofreitschule zur Ausbildung gebracht. Später kehren sie als Deckhengste oder in den „Ruhestand“ zum Gestüt zurück. Die Ausbildung der Hengste ist langwierig, denn der Lipizzaner gehört zu den spätreifen und langlebigen Rassen. Erzherzog Karl II. von Österreich gründete 1580 das nahe Triest gelegene Gestüt Lipizza. Den Stamm bildeten fünf Hengste aus spanisch-italienischem Blut, die mit bodenständigen Karstpferden gekreuzt wurden. In Lipizza erfolgte über Jahrhunderte die Zucht von standesgemäßen Pferden für den Habsburger Hof. Körperform und Farbe der Lipizzaner entsprachen dem barocken Prunkpferd. Im Laufe des 18. und 19 Jahrhundert wurden sechs Hengste zur Zuchtveredelung nach Lipizza gebracht, darunter ein reinblütiger Araber. Sie gelten als Stammväter der heutigen Zucht, nach ihnen werden auch heute noch die männlichen Nachkommen benannt (Pluto, Conversano, Favory, Neaolitano, Siglavy, Maestoso). Nach dem Zerfall der Monarchie übernahm Österreich einen Großteil der Lipizzaner, die im Bundesgestüt Piber eine neue Heimat fanden. Während des 2. Weltkrieges wurden die Gestütspferde ins tschechische Hostau verlegt. In einer geheimen Aktion – die als „Das Wunder der weißen Hengste“ verfilmt wurde –erfolgte unter Mithilfe der Amerikaner die Evakuierung der Pferde aus dem russisch besetzten Bereich nach Bayern. 1945 wurden sie in Wimsbach bei Wels eingestellt, wohin man auch die Hengste der Hofreitschule aus Wien gebracht hatte. Nach Abschluss des Staatsvertrages kamen die Lipizzaner wieder nach Wien und nach Piber.