unbekannter Gast

© Österreichische Post
© Österreichische Post

Schutzpatrone: Hl. Martin#

Sonderpostmarkenserie

Keine Zweifel: Der Heilige Martin ist einer der bekanntesten und auch „populärsten“ Heiligen der katholischen Kirche (der im Übrigen auch in der evangelischen, der anglikanischen und der orthodoxen Kirche verehrt wird). Zur Geschichte: Martin von Tours, so sein „bürgerlicher“ Name, lebte von etwa 316 bis 397. Er war gewissermaßen das „Bindeglied“ zwischen Rom und dem Reich der Franken. Als asketischer Mönch verkörperte er das spätantike Ideal eines Priesters bzw. Bischofs – und die rasche Bekanntheit, zunächst in seinem engeren Wirkungsgebiet, ist auf seine Tugenden als Nothelfer und Wundertäter zurückzuführen. Am 4. Juli 372 wurde er schließlich zum Bischof von Tours geweiht. Anstatt jedoch standesgemäß in der Stadt zu leben, bevorzugte er die Holzhütten vor der Stadtmauer, wo bereits zu seinen Lebzeiten das Kloster Saint-Martin de Ligugé entstand. Interessant: Martin war nach Maria, der Mutter Jesu, und dem Apostel Johannes der erste Heilige des Abendlandes, der nicht den Tod als Märtyrer gestorben ist. Damit wurde er zum ersten Heiligen einer neuen, damals nicht bekannten Art: Konnte bis dahin ein Christ Heiligkeit nur durch ein Martyrium erlangen, so wurde nun deutlich, dass Heiligkeit ebenso in einem sittlichen Lebenswandel und in Taten der Nächstenliebe und Barmherzigkeit bestehen kann. Die bekannteste Begebenheit im Leben des Heiligen Martin ist jedoch die folgende: Ab dem Jahr 334 war Martin als Soldat der Reiterei der Kaiserlichen Garde in Amiens stationiert. Die Gardisten trugen zu dieser Zeit die so genannte „Chlamys“, einen weißen Überwurf aus zwei Teilen. An einem Tag im Winter begegnete Martin am Stadttor von Amiens einem armen, unbekleideten Mann. Außer seinen Waffen und dem Militärmantel trug Martin nichts bei sich. In einer barmherzigen Tat teilte er seinen Mantel mit dem Schwert und gab eine Hälfte dem Armen. In der folgenden Nacht erschien ihm im Traum Jesus Christus, bekleidet mit dem halben Mantel, den Martin dem Bettler gegeben hatte. Im Sinne von Matthäus – „Ich war nackt und ihr habt mich bekleidet. Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ – erweist sich Martin hier als Jünger Jesu. Als Landespatron des Burgenlandes genießt der Heilige Martin großes Ansehen. Aber nicht nur hier: Am „Martinstag“, dem 11. November, wird in zahlreichen Ortschaften in ganz Österreich das vor allem bei Kindern beliebte „Laternderlfest“ mit einem festlichen Umzug begangen. Das traditionelle „Martinigansl“ ist ein ebenfalls liebevoll gepflegter Brauch und Jahr für Jahr ein Fixpunkt im „gastronomischen Jahreskalender“.