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© Österreichische Post
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Altes Österreich: Triest#

Sonderpostmarkenserie

Der neue Wert der beliebten Serie „Altes Österreich“ zeigt als Motiv die historische Schalterhalle des K.K. Postgebäudes von Triest. Zur Geschichte: Mehr als 500 Jahre – von 1382 bis 1918 – war die norditalienische Hafenstadt Triest (die aktuelle Einwohnerzahl beträgt knapp über 200.000 Personen) habsburgisch-österreichisch. Das Protektorat entwickelte sich unmerklich und allmählich zu einem realen Besitzverhältnis, vertreten wurde die kaiserliche Krone durch das Geschlecht der Grafen von Montenari. Abgesehen von wiederholten Besetzungen durch Venedig und der so genannten „napoleonischen Perioden“ blieb Triest bis zum Ersten Weltkrieg ein Teil des habsburgischen Österreich. Als einziger großer Seehafen Österreich-Ungarns nahm Triest eine wichtige strategische Stellung in der Habsburger-Monarchie ein und war Ausgangspunkt mehrerer kurzlebiger Kolonialerwerbungen. Um 1900 stand die Stadt in voller wirtschaftlicher Blüte und sie stellte ihren Reichtum durch zahlreiche Prachtbauten zur Schau. In Triest wirkten einige jener bekannter Architekten, die auch in Wien für die großen Ringstraßengebäude im Stil des Historismus verantwortlich zeichneten. Als Beispiele seien etwa Heinrich von Ferstel (Lloydpalast), Wilhelm von Flattich (Südbahnhof) und Friedrich Schachner (diverse Palais) genannt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, 1945, wurden die Stadt und ihr gemischtsprachiges Umland von Jugoslawien beansprucht und sie geriet durch den Ost-West-Konflikt jahrzehntelang in eine geografische Randposition. Die Nachteile der Grenzlage und der Verlust an wirtschaftlicher Bedeutung änderten sich erst in der jüngsten Vergangenheit mit dem Beitritt Sloweniens zur Europäischen Union (2004). Aus intellektueller Sicht blieb Triest hingegen all die Jahre über ein Ort des Zusammentreffens von Kulturen, Sprachen und Religionen; zahlreiche berühmte Künstler und Literaten lebten und wirkten in dieser Stadt. Übrigens – die Bedeutung Triests zeigt auch eine im Allgemeinen wenig beachtete Einrichtung: Als, wie bereits eingangs erwähnt, wichtigster Hafen Österreich-Ungarns war Triest natürlich ein Zentrum der Nautik und der Meereskunde – und so erhielt das Hafenbecken am „Molo Sartorio“ einen langfristig beobachteten Pegel, auf den sich seit dem 19. Jahrhundert das mitteleuropäische Höhensystem „Meter über Adria“ bezieht.