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© Österreichische Post
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UEFA EURO 2008™ - Maria Lassnig: Abwehr#

Sonderpostmarke

Thematisch zum Jahr der UEFA EURO 2008™ passend bringt die Österreichische Post in Zusammenarbeit mit dem Essl-Museum dieses Bild von Maria Lassnig als Sondermarke heraus. Die Kärntner Malerin zählt zu den bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart und hat mit ihrer „Körpergefühlsmalerei“ internationale Beachtung gefunden. Im Zentrum des umfangreichen Werkes von Maria Lassnig steht die Beobachtung des „Körpergefühles“ durch das Medium der klassischen Malerei. Metamorphosen und Verschmelzungen von Körpern mit leblosen Maschinen – ähnlich wie bei den Surrealisten, Reflexionen über Flora und Fauna sowie über mythologische und existenzielle Themen, Motive aus der Erlebnis- und Außenwelt - treten uns in ihren Bildern entgegen. Auf späteren Werken sind ihre Figuren nicht mehr in den Bildraum eingebettet, sie wirken dennoch leicht, extrem spontan, lebendig und expressiv, die Leinwand bleibt neben den Figuren weiß, unbehandelt, ausgespart. Das Bild auf der Marke, entstanden im Jahr 2000, ist beispielhaft dafür. Das Original kann von Februar bis Mai 2008 im Rahmen der Ausstellung "Von Baselitz bis Lassnig" im Essl Museum, 3400 Klosterneuburg, besichtigt werden. Die am 8. September 1919 in Kappel am Krappfeld geborene Künstlerin begann 1941 ein Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien, musste diese aber verlassen, da ihre Bilder als „entartet“ galten. Sie führte ihr Studium bei Ferdinand Andri und Herbert Boeckl fort. Nach ihrem Diplom im Jahr 1945 kehrte sie nach Klagenfurt zurück. 1951 zog sie wieder nach Wien. Ein Paris-Stipendium im gleichen Jahr sowie ein weiterer Aufenthalt 1952 brachte sie in Kontakt mit den Surrealisten. Erst 1954 kehrte sie an die Akademie der bildenden Künste zurück und schloss in der Klasse Albert Paris Gütersloh ihre akademische Ausbildung ab. Sie gehörte zum Kreis um Monsignore Otto Mauer und gilt - gemeinsam mit Arnulf Rainer - als Begründerin der informellen Malerei in Österreich. In den 1960-er Jahren lebte sie vorwiegend in Paris und New York, wo sie sich auch mit dem Zeichentrickfilm beschäftigte und eigene Kurzfilme produzierte. 1980 folgte sie dem Ruf an die Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Als erste Frau im deutschsprachigen Raum übernahm sie hier eine Professur für Malerei. Zusammen mit VALIE EXPORT vertrat sie Österreich bei der Biennale in Venedig und stellte später auch eigene Werke bei der Documenta in Kassel aus. Für ihr malerisches Werk wurde Maria Lassnig mehrfach ausgezeichnet. Als erste bildende Künstlerin erhielt sie 1988 den großen Österreichischen Staatspreis und wurde ein Jahr später mit dem Oskar Kokoschka-Preis geehrt. 2004 erhielt sie für ihre hervorragenden Leistungen den hoch dotierten Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt. 2005 verlieh ihr der Bundespräsident das Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst.