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© Österreichische Post
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Auf dem Weg zur WIPA 2008 - Stephansdom#

Sonderpostmarkenserie

Mit dem dritten Wert findet die Serie "Auf dem Weg zur WIPA08" ihren Abschluss - und gleichsam ihren Höhepunkt: Die in Dreiecksform gestaltete Zuschlagsmarke zeigt die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit nicht nur Wiens, sondern Österreichs: den Stephansdom im Herzen der Bundeshauptstadt. Neben dem religiösen Zentrum unseres Landes ist der Dom auch ein architektonisches Kulturgut ersten Ranges - und das Symbol der österreichischen Identität schlechthin. Betritt man die Kirche von Westen her, durch das aus dem 13. Jahrhundert stammende Riesentor, so ist man zunächst erfasst von der in einer Mandorla thronenden Christusstatue. Im Kircheninnern entfaltet sich indes klar und eindringlich das Konzept von St. Stephan. Der älteste Teil, die Westwand mit der ehrwürdigen romanischen Empore, blieb durch die Jahrhunderte hindurch fast unverändert erhalten, die restliche Kirche jedoch wuchs und veränderte sich - und so hinterließen die verschiedensten Baustile ihre kunstvollen Spuren. Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts schließlich nahm eine Epoche der Erneuerung ihren Anfang - durch Sicherung der Bausubstanz in denkmalpflegerisch hervorragender Weise. Es ist der unbestrittene Verdienst der Dombaumeister dieser Zeit, allen voran Friedrich von Schmidts, die sich ganz den Bedürfnissen des Domes unterordneten. So hatte der Stephansdom als steinerner Zeuge des Unvergänglichen mehr als 800 Jahre hinweg allen Widrigkeiten getrotzt, überstand Feuersbrünste, Türkenbelagerungen und Franzosenkriege. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges jedoch blieb auch St. Stephan nicht verschont vor der Wut der blinden Zerstörung: Plünderer legten Feuer in den gegenüberliegenden Geschäften, ein ungünstiger Wind trieb den Funkenflug über das Dach und setzte den Nordturm in Brand. Der Dom schien verloren - doch unmittelbar nach Kriegsende begann das Wunder des Wiederaufbaus: Die Menschen, die selbst nichts besaßen, machten es durch tätige Mithilfe und private Zuwendungen möglich, dass nach nur drei Jahren das Langhaus und weitere vier Jahre später der ganze Dom feierlich wiedereröffnet werden konnte. Heute ist der Stephansdom nicht nur Haus Gottes und Zeuge des Glaubens, sondern darüber hinaus auch ein eindrucksvolles Zeugnis der Liebe der Menschen dieser Stadt zu ihrem "Steffl".