unbekannter Gast

© Österreichische Post
© Österreichische Post

Wiener Staatsoper - La forza del destino#

Sonderpostmarkenserie

Wieder ist eine Opernpremiere der Wiener Staatsoper Anlass für eine Sondermarke. Diesmal ist es „La forza del destino“ (Die Macht des Schicksals), eine Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi (1813 - 1901). Verdi schrieb die Oper nach einem Libretto von Francesco Maria Piave als Auftragswerk in nur vier Monaten. Die Uraufführung der Oper fand 1862 in Petersburg statt und wurde begeistert aufgenommen. Verdi überarbeitete später das Werk, das 'eine Häufung von Unglücksfällen und Unwahrscheinlichkeiten' sei, wie Verdi selbst an seinen Librettisten schrieb. So wurde die Oper 1869 ein zweites Mal uraufgeführt, diesmal an der Mailänder Scala. Bis heute erfreut sich das Werk großer Beliebtheit, das Schicksalsmotiv zieht sich von der Ouvertüre an wie ein Leitfaden durch die ganze Oper: Leonora liebt gegen den Willen ihrer Familie Alvaro. Als dieser sie entführen will, tötet er ungewollt ihren Vater, der sterbend die Tochter verflucht. Leonora und Alvaro verlieren sich auf der Flucht. Don Carlos, Leonoras Bruder, trifft die als Bursche verkleidete Schwester zufällig in einem Dorfgasthaus. Leonora erkennt ihn und flieht. Sie findet in einem Kloster Aufnahme. Alvaro, der Soldat geworden ist, rettet das Leben von Don Carlos, sie werden Freunde. Da entdeckt Don Carlos, wer sein Freund ist und es kommt zum Kampf. Die Kämpfenden werden getrennt, Alvaro geht ins Kloster. Vor dem Kloster, in dem Leonora und Alvaro unerkannt nebeneinander leben, zwingt Don Carlos Alvaro zum Duell. Alvaro tötet Carlos, der aber sterbend seine herbeigeeilte Schwester ersticht. Alvaro findet sich mit dem Schicksal ab. Giuseppe Verdi war einer der großen Meister der italienischen Oper des 19. Jahrhunderts. 1842 gelang ihm mit "Nabucco" ein Sensationserfolg, die Musik wurde Symbol des italienischen Freiheitskampfes. Verdi gestaltete seine Opern als wahre Dramen, getragen von handelnden Personen in außergewöhnlichen Situationen. Die Melodieführung machte er zur Trägerin des dramatischen Ausdrucks, durch die Musik intensivierte er die Gefühlstiefe und erhöhte die psychologische Wirkung der Charaktere – besonders der Frauenrollen. Als ein Höhepunkt von Verdis Schaffen gelten die noch heute beliebten Opern "Rigoletto", "Il Trovatore" und "La Traviata". Als internationale Berühmtheit schrieb Verdi Opern für Paris, Petersburg, London und sogar Kairo. Durch den Verlag Ricordi konnte der Meister von seinen Kompositionen leben. In Zusammenarbeit mit Arrigo Boito schuf Verdi im Alter von über 70 Jahren seine reifsten Opern: "Othello" und "Falstaff". Die Premiere an der Wiener Staatsoper ist am 1.März 2008. Regie führt wie schon öfter in Wien der Brite David Pountney in einer Ausstattung von Richard Hudson.