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Altes Österreich: Krakau#

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Rund 250 km südlich der Landeshauptstadt Warschau liegt Krakau, die Hauptstadt der Woiwodschaft Kleinpolen. Die alte Stadt, die bis 1596 Hauptstadt von Polen war, wird noch heute als heimliche Hauptstadt Polens bezeichnet. Die Altstadt und der Wawel, die ehemalige Residenz der polnischen Könige, zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Bereits vor 20.000 Jahren wurde der Wawelhügel besiedelt, damals wurde Salz abgebaut. Im fünften Jahrhundert siedelten sich Wislaner, ein westslawischer Stamm, rund um Krakau an. Es wird vermutet, dass Krakau im neunten Jahrhundert zum Großmährischen Reich gehörte. Um 990 wurde Krakau von Mieszko I. erobert und unter die Herrschaft der polnischen Piasten gestellt. Kasimir I., der Erneuerer, machte 1038 Krakau zur Hauptstadt Polens. In dieser Zeit wurden zahlreiche Bauten im romanischen Stil erbaut: die Wawelrotunde, die Kirchen St. Adalbert und St. Andreas sowie der Stadtteil Okól. Nach Spannungen zwischen der kirchlichen und weltlichen Macht wurde Plotzk zur Hauptstadt erklärt. Bereits Anfang des 12. Jahrhunderts nahm Krakau diesen Platz wieder ein. Die Krakauer Fürsten versuchten, das Königreich Polen wiederzuvereinen. Zu dieser Zeit erwarben viele Juden und Deutsche das Stadtrecht. Durch den Einmarsch der Tataren wurde Krakau im Jahre 1241 zerstört und musste wieder aufgebaut werden. Der Salzabbau wurde weiter gefördert und brachte die Stadt zu großem Reichtum. 1311 ließ der polnische Seniorherzog Wladyslaw Ellenlang die meisten Deutschen aus der Stadt verbannen, manche wurden sogar hingerichtet. Mehr als hundert Jahre später waren wieder 36% der Einwohner deutschsprachig, in der Marienkirche wurde sogar deutsch gepredigt. Im Mittelalter kamen viele polnisch-österreichische Kontakte durch Heiraten der Herrscherfamilien zustande. 1515 ergaben sich beim Wiener Fürstentag wieder Verbindungen zwischen Jagiellonen und den Habsburgern. Neue Kontakte entstanden im gemeinsamen Kampf gegen die Türken im 17. Jahrhundert unter dem polnischen König Johann III. Sobieski. 1795 gelangte Polen im Zuge der dritten Teilung an die Habsburger. Ein Dokument über die Einrichtung einer Postkurierlinie von Krakau nach Venedig datiert mit 18. Oktober 1558 zeugt von der langen Geschichte des polnischen Postwesens.