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Briefmarke, Astronomie 2009
© Österreichische Post

Europa 2009 - Astronomie#

Sonderpostmarke

Unter Federführung der Technischen Universität Graz arbeiten Experten österreichischer Universitäten aus den Fachbereichen Elektrotechnik und Telematik, Astronomie, Satellitengeodäsie, Mechanik und Thermodynamik seit mehreren Jahren an der Realisierung des Projekts. Eine enge Kooperation besteht dabei mit der Universität Toronto, die große Erfahrung im Satellitenbau besitzt. Die namhafte wissenschaftliche Kooperation wird zu einem beträchtlichen Teil durch Arbeiten von Studierenden der drei beteiligten österreichischen Universitäten (TU Graz, Uni Wien und TU Wien) getragen; durch die Mitarbeit an "TUGSAT-1" erhalten sie wertvolle Erfahrung in Entwurf, Bau, Test und Betrieb von Satelliten, aber auch im Management von Weltraumprojekten. "TUGSAT-1" bietet mit maximaler Praxisnähe gelebte angewandte Ausbildung für Studierende. In dieser Fakultäten und Universitäten übergreifenden Initiative wird die Idee des "Hands-on-Training" ideal verwirklicht. Mit dem Bau des ersten österreichischen Satelliten eröffnet die TU Graz ein weiteres Kapitel ihrer viel versprechenden Zukunft – und sie setzt damit ein symbolhaftes Zeichen, wohin ihre Reise gehen soll: zu den Sternen. Die Bezeichnung der Größe eines Satelliten wird nach dem Gewicht definiert: Der Nanosatellit "TUGSAT-1" wird – ausgerüstet mit Teleskop, Computer, Massenspeicher und Lageregelung, thermischer Kontrolle, Stromversorgung und Datenübertragung – nur etwa sechs Kilo wiegen. Mit "TUGSAT-1" fliegt erstmals ein Nanosatellit mit Dreiachsenstabilisierung. Eine an Bord befindliche Sternenkamera eröffnet der Astronomie neue Dimensionen zur Erkundung der Sterne. Der Nanosatellit nutzt die jüngsten Verbesserungen in der Weltraumtechnologie und bietet so anderen Weltraummissionen mit hohen Genauigkeitsanforderungen neue Möglichkeiten der Nutzung von miniaturisierten Satelliten. Im Rahmen des Projektes wird eine kostengünstige Satellitenplattform entwickelt, die für eine Vielzahl von künftigen Missionen nutzbar ist, für die bereits großes Interesse seitens der Wissenschaft und der Weltraumindustrie besteht. Der Start wird voraussichtlich gemeinsam mit einer russischen Mission von der Weltraumbasis Plessezk erfolgen. Für die Überwachung des Satelliten wird die Bodenstation in Graz verwendet, Empfangsstationen für die wissenschaftlichen Daten befinden sich in Wien, Graz und Toronto.