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Saliera - Kunsthistorisches Museum#

Blockausgabe

Die Saliera ist die einzige erhaltene Goldschmiedearbeit des Florentiner Bildhauers, Medailleurs und Goldschmieds Benvenuto Cellini (1500-1571). Das Salzfass (italienisch „saliera“) aus Gold ist teilweise emailliert und steht auf einem Sockel aus Ebenholz, es ist im Stil der Spätrenaissance gefertigt. Das Auftragswerk entstand in der Zeit zwischen 1540 und 1543 während sich der Goldschmied in Paris aufhielt. König Franz I. von Frankreich ließ das Salzfass anfertigen, das später Erzherzog Ferdinand II. von Tirol geschenkt wurde und somit in den Besitz der Habsburger gelangte. Cellinis Meisterwerk zeigt eine allegorische Darstellung des Planeten Erde. Die Figuren wurden aus Goldblech getrieben. Der Künstler hat in seiner selbst verfassten Biographie, die später von Johann Wolfgang von Goethe übersetzt und bearbeitet wurde, das Werk folgendermaßen beschrieben: „…um zu zeigen, wie das Meer sich mit der Erde verbindet, machte ich zwei Figuren, einen guten Palm groß, die mit verschränkten Füßen gegeneinander saßen, so wie man die Arme des Meeres in die Erde hineinlaufen sieht. Das Meer, als Mann gebildet, hielt ein reich gearbeitetes Schiff, welches Salz genug fassen konnte, darunter hatte ich vier Seepferde angebracht und der Figur in die rechte Hand den Dreizack gegeben; die Erde hatte ich weiblich gebildet, von so schöner Gestalt und so anmutig, als ich nur wusste und konnte. Ich hatte neben sie einen reichen, verzierten Tempel auf den Boden gestellt, der den Pfeffer enthalten sollte…. Auf derselben Seite waren die schönsten Tiere vorgestellt, welche die Erde hervorbringt…“ Weitere Elemente sind die vier Hauptwinde, die Tageszeiten und die Embleme menschlicher Tätigkeiten. Besondere Schlagzeilen machte die Saliera am 11. Mai 2003 als durch einen Einbruchsdiebstahl aus dem Kunsthistorischen Museum gestohlen wurde. Im Jänner 2006 wurde das Kunstwerk, das zu den bedeutendsten der Welt gehört, in einem Wald im Bezirk Zwettl aufgefunden, nachdem der Täter selbst den Aufbewahrungsort bekannt gegeben hatte. Um dem berühmten Kunstobjekt „Saliera“ eine angemessenes Erscheinungsbild geben zu können, wurde ein einzigartiger Produktionsprozess angewandt. Der Hintergrund des Designentwurfes wurde zunächst im Offset-Verfahren gedruckt. Nachfolgend wurde mit der Prägung einer 22-karätigen Echtgoldfolie die herausragende Goldschmiedearbeit der Skulptur wiedergegeben. Um dieser Sondermarke eine plastische Darstellung geben zu können, wurde erstmalig in der Geschichte der Philatelie eine Bedruckung von Echtgoldfolie durchgeführt. Durch Anwendung dieses Verfahrens konnten wichtige Details der Skulptur verstärkt sowie Schattenwirkungen erzielt werden. Ein weiterer wichtiger Schritt der plastischen Formgebung war anschließend die dreidimensionale Blindprägung des Sondermarkenblocks