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Briefmarke, Wiener Staatsoper
© Österreichische Post

140 Jahre Wiener Staatsoper#

Sonderpostmarke

Betrachtet man das elegante Gebäude vom Opernring, also von seiner Vorderfront aus, so hat man jenen historischen Teil vor sich, der vom ursprünglichen Bau von 1869 erhalten geblieben ist. Die Fassaden sind im Renaissancestil gehalten, die Loggia auf der Ringstraßenseite unterstreicht den öffentlichen Charakter des Opernhauses auf eindrucksvolle Weise. Die beiden Reiterdarstellungen über der Hauptfassade der Loggia wurden erst 1876 aufgestellt. Ihr Schöpfer, Ernst Julius Hähnel, schuf zwei geflügelte Pferde, die von der „Harmonie“ und der „Muse der Poesie“ geführt werden. Ebenfalls von Hähnel stammen jene fünf Bronzestatuen, die auf Podesten in den Arkadenbögen der Loggia stehen und die Hochkultur, die in diesem Hause geboten wird, auf imposante Art betonen. In der Loggia findet man den – von Moritz von Schwind gemalten – berühmten „Zauberflöten-Zyklus“. Rechts und links des Gebäudes befinden sich die beiden alten Brunnen von Josef Gasser, welche gegensätzliche Welten darstellen: Während die rechte Seite „Loreley, Trauer, Liebe und Rache“ zeigt, werden auf der linken Seite "Musik, Tanz, Freude und Leichtsinn" auf künstlerische Weise veranschaulicht. Der hintere Teil des zweiteiligen Baus ist deutlich breiter, in ihm sind die Bühne und die dazugehörigen Räumlichkeiten untergebracht; der schmälere Vorderteil enthält das Auditorium und die dem Publikum zugänglichen Nebenräume. Bemerkenswert sind auch die unterschiedlichen Dachformen: Hier überragt das allseitig gewölbte Dach über dem Kernbau der Anlage, andererseits findet man aber auch Walmdächer über den Quertrakten, Satteldächer über den zweigeschossigen Verbindungsbauten sowie französische Dächer über den Ecktürmen. Betritt man das Kassenvestibül, das in seiner ursprünglichen Form erhalten blieb, so gewinnt man einen unmittelbaren Eindruck vom Interieur des alten Opernhauses, das am 12. März 1945, also knapp vor Ende des Zweiten Weltkrieges, zum Großteil zerstört wurde. Verschont blieben jedoch die gesamte Hauptfront, die zentrale Treppenanlage mit der so genannten "Feststiege", das Schwindfoyer sowie der Teesalon im ersten Stock.

Musikliebhaber auf der ganzen Welt schätzen die erstklassigen Inszenierungen und Aufführungen der Wiener Staatsoper. Internationale Aufmerksamkeit erntet aber auch Jahr für Jahr der berühmte „Wiener Opernball“, der den gesellschaftlichen Höhepunkt am Ende jeder Ballsaison darstellt.