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Briefmarke, 150. Geburtstag von Gustav Mahler
© Österreichische Post

150. Geburtstag von Gustav Mahler#

Sonderpostmarke

Gustav Mahler (1860 – 1911) gilt als Genie des Fin de Siècle und Wegbereiter der Neuen Musik. Zur 150. Wiederkehr seines Geburtstages gibt die Österreichische Post nun eine Sondermarke zu Ehren des großen Komponisten heraus.

Aus Böhmen kommend studierte Gustav Mahler bereits als 15-Jähriger am Wiener Konservatorium Komposition und Klavier. Der Hochbegabte, der schon im zarten Alter von zehn Jahren als Pianist auftrat, errang bald Preise für seine Vorträge und Kompositionen. Mahler schrieb sich zudem an der Universität für Kurse in Philosophie, Geschichte und Musikästhetik ein, vertiefte seine Literaturkenntnisse und besuchte Anton Bruckners Lehrveranstaltungen für Harmonielehre. Nach einigen Wanderjahren und Stationen in Laibach, Olmütz, Prag, Leipzig, Budapest und Hamburg erhielt Mahler 1897 die Berufung ans renommierte Wiener Opernhaus. In seiner neuen Funktion war er vorerst Kapellmeister, wenig später wurde er von Kaiser Franz Joseph zum Direktor ernannt. Zuvor hatte Mahler ein Hindernis für seine Berufung, sein Judentum, durch den Übertritt zum Katholizismus aus der Welt geschafft.

Die Epoche des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts war eine Zeit des Umbruchs, geprägt vom Schwanken zwischen Aufbruch- und Endzeitstimmung, Zukunftseuphorie und Weltschmerz, Erneuerung und Dekadenz. Die Ernennung Mahlers zum Hofoperndirektor bedeutete auch für diese Institution den Beginn einer neuen Ära. Bestimmt von seinem bedingungslosen Streben nach Vollkommenheit leitete er eine grundlegende Reform ein. Sein kompositorisches Werk hingegen wurde von der Wiener Kritik recht unfreundlich aufgenommen, so auch seine beiden ersten Symphonien 1899. Im Ausland aber, vor allem in Deutschland, Holland und Frankreich, gewann Mahler immer mehr an Bedeutung.

Seine Weltsicht war geprägt von naturreligiösen und philosophischen Theorien, die virtuos in seine Musik einflossen und den Nerv der Zeit trafen. Zu seinen größten Bewunderern gehörten unter anderem Arnold Schönberg, Alban Berg, Anton Webern, Gustav Klimt, Stefan Zweig, Adolf Loos und Thomas Mann, der ihm mit der Novelle „Der Tod in Venedig“ auch ein literarisches Denkmal setzte. 1907 brachte das Ende der Direktionszeit Mahlers in Wien – und darüber hinaus einen schweren Schicksalsschlag: Seine älteste Tochter verstarb an Diphtherie, er selbst erfuhr von seinem Herzleiden. Er reichte seinen Rücktritt ein und verabschiedete sich mit der Aufführung seiner Zweiten Symphonie am 24.11.1907 von Wien. Die folgenden Jahre verbrachte Mahler als Pendler zwischen New York und Wien – in den Wintermonaten dirigierte er in Amerika, im Sommer war er in Europa auf Konzertreisen und widmete sich dem Komponieren. Am 18. Mai 1911 verstarb Gustav Mahler schließlich in Wien, in seinem großartigen musikalischen Werk lebt er jedoch bis heute weiter. Das Markenbild zeigt im Hintergrund übrigens Skizzenfragmente zur 4. Symphonie 1. Satz, 1. Fassung, ca. 1899 (Partitur Fragmente mit Echtheitsbestätigung von Alma Mahler - Werfel).