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Briefmarke, 350. Geburtstag von Johann Joseph Fux
© Österreichische Post

350. Geburtstag von Johann Joseph Fux#

Sonderpostmarke

Aus Anlass der 350. Wiederkehr des Geburtstages des österreichischen Musiktheoretikers und Komponisten Johann Joseph Fux erscheint die nun vorliegende Sondermarke.

Zur Person: 1660 in Hirtenfeld bei Graz geboren (das genaue Datum ist nicht bekannt), studierte der Bauernsohn zunächst an der Universität Graz und von 1683 bis 1687 in Ingolstadt. Im Jahre 1696 wurde er zum Organisten am Schottenstift in Wien ernannt und behielt diesen Posten bis 1702. In dieser Funktion wurde der kaiserliche Hof auf Fux aufmerksam und ernannte ihn alsbald zum „Hofcompositeur“. 1701 wurde er darüber hinaus Kapellmeister am Stephansdom. Einige Jahre später, 1711, erhielt er eines der höchsten Ämter innerhalb des europäischen Musiklebens: Er wurde Musikdirektor des Hofes. Von seinen zahlreichen Opern und Oratorien, die er im Laufe der Jahre schrieb, erlangte die Oper „Costanza e Fortezza“ die größte Bekanntheit; diese wurde 1723 in Prag anlässlich der Krönung von Kaiser Karl VI. zum König von Böhmen aufgeführt.

Weitaus bedeutender und nachhaltiger als Fux’ Kompositionen ist freilich dessen theoretisches Werk; seine umfangreiche Kompositionslehre „Gradus ad Parnassum“ wurde erstmals 1725 veröffentlicht. Dieses elementare, auf Latein verfasste Werk – ein Lehrbuch über die Grundlagen der Komposition – wurde 1742 von Lorenz Christoph Mizler, einem Schüler Bachs, ins Deutsche übersetzt. Es hatte maßgeblichen Einfluss auf die so genannte „Wiener Schule“ (Musikstil in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zwischen Spätbarock und Wiener Klassik) und diente bis ins 20. Jahrhundert hinein als das Lehrbuch des Kontrapunkts schlechthin. In seinem späteren Lebensabschnitt – nach dem Tod seiner Frau, mit der er 35 Jahre verheiratet war – komponierte Johann Joseph Fux vor allem geistliche Musik. Am 13. Februar 1741 verstarb der große Musiker 81-jährig in Wien.

Fux’ breit gefächertes musikalisches Werk umfasst zahlreiche Opern, Messen, Requien, Vespern, Psalmen, Oratorien und Partiten. Im Gegensatz zu seiner theoretischen Arbeit „Gradus ad Parnassum“ gerieten seine musikalischen Werke jedoch recht schnell in Vergessenheit – erst Ludwig von Köchel entdeckte Johann Joseph Fux wieder und gab eine Biographie sowie ein Werkverzeichnis des alten Meisters heraus. Viel später wurden einige von Fux’ Werken in der Reihe „Denkmäler der Tonkunst in Österreich“ veröffentlicht. In Graz erinnert das Johann Joseph Fux-Konservatorium auch heute noch an diesen großen österreichischen Musiker.