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Briefmarke, 100. Geburtstag von Max Weiler
© Österreichische Post

100. Geburtstag von Max Weiler#

Sonderpostmarke

Max Weiler, geboren 1910 in Hall in Tirol, hat das Volumen eines nationalen Klassikers längst erreicht. 2010 wäre Max Weiler 100 Jahre alt geworden. Museen ehren den Künstler mit Ausstellungen, Verlage bringen neue und neu aufgelegte Bücher auf den Markt und die Post legt eine Sondermarke auf.

Max Weilers Bild auf der Sondermarke „Bald geht die Sonne auf“, 1970, stammt aus der Serie „Landschaft auf tönenden Gründen“, die Max Weiler in den Jahren 1969-1973 gemalt hat. Er selbst schrieb dazu: „Ich mußte zuerst einige Neuerungen dazuerfinden. So etwa konnte ich auf den farbigen Gründen die Kompositionen nicht mehr mit Bleistift zeichnen, weil man sie einfach nicht sah ... Diese weiße Zeichnung auf dem dunklen Grund ergibt ein weißes Netzwerk, daß das Bild ins Immaterielle hebt. Es hebt alles Plastische auf, während es auf dem gefühlsbetonten Grund, ich nannte ihn auch „tönenden“ Grund ansprechender wurde.“ Klar beschreibt Max Weiler hier die Schritte, die er gesetzt hat, um den Gefühlswert der Farbe zu erforschen. Dieses Bild befindet sich in der Sammlung des Essl Museum, Klosterneuburg/Wien.

Der Maler Max Weiler hat mit seinem Werk den krassen Veränderungen der Gesellschaft im 20. Jahrhundert einen konstanten künstlerischen Weg entgegengesetzt. Geboren in der k.k.-Monarchie erlebte er Kindheit und Jugend im Ständestaat und NS-Regime. Seine künstlerische Reife erlangte er in der Zweiten Republik. Sein Oeuvre umfasst ca. 2000 Gemälde, ca. 4000 Zeichnungen, 40 zum Teil sehr großformatige Werke im öffentlichen Raum in verschiedensten Techniken wie Fresko, Wandmalerei, Mosaik und Glasfenster mit ungefähr 700 vorbereitenden Skizzen, Entwürfen und Kartons, sowie 65 Porträts und etliche Druckgrafiken wie Radierungen und Lithografien.

1930-1937 studierte Max Weiler an der Akademie der bildenden Künste Wien, 1937 wurde ihm der Rompreis zuerkannt. 1960 war er Vertreter Österreich bei der Biennale in Venedig, 1961 wurde er mit dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet. 1964-1981 war er Professor für Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien. 1979 wurde ihm das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst verliehen. 1995 wurde Weiler Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste Wien, 2001 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Wien. Er verstarb am 29. Jänner 2001 in Wien, wo er in einem Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof ruht.

Die vorliegende Sondermarke ist ein Tribut an einen der bedeutendsten österreichischen Maler der klassischen Moderne und zeitgenössischen Kunst.