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Briefmarke, Pfalzkirche von Karnburg
© Österreichische Post

Kirchen aus Österreich - Pfalzkirche von Karnburg#

Sonderpostmarkenserie

Mit der neuen Sondermarke „Pfalzkirche von Karnburg“ findet die Serie „Kirchen aus Österreich“ nun ihren attraktiven Anfang. Karnburg, etwa fünf Kilometer nördlich der Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt am Fuße des Ulrichsberges gelegen, ist eine kleine Ortschaft der Marktgemeinde Maria Saal. Im Mittelalter war Karnburg, das heute knapp 600 Einwohner zählt, das Zentrum des alpenslawischen Fürstentums Karantanien. Auf einer Hochebene befand sich einst ein karolingischer Königshof (Curtis Carantana); mit der Kolonialisierung Kärntens durch die Baiern wurde es schließlich eine karolingische Pfalz. Der sowohl für die Einsetzung der slawischen Fürsten als auch später der Kärntner Herzöge wichtige „Fürstenstein“ befand sich bis zum Jahre 1862 am nordwestlich der Pfarrkirche gelegenen Blasfeld.

Die Pfalzkirche in Karnburg – den Heiligen Peter und Paul geweiht – ist nicht nur die älteste Kirche der Diözese Gurk / Klagenfurt, sie gehört auch zu den ältesten österreichischen Kirchen überhaupt. Der Bau des Gotteshauses entstand vor 888, die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 927 zurück. Das mittelgroße Sakralbauwerk ist durch die südliche Sakristei über einen Verbindungsgang mit der gotischen Annakapelle (diese stammt aus dem 14. Jahrhundert) verbunden. An einem echteckigen Saalraum schließt ein nahezu quadratischer, jedoch stark verzogener und nicht in der Hauptachse liegender Chorraum an. Der Triumphbogen zum Kirchenschiff öffnete sich ursprünglich im Überhalbkreis. Für die Errichtung der Kirche wurden seinerzeit zahlreiche römische Relief- und Inschriftensteine verwendet; Reste von romanischen Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert sind bis heute erhalten geblieben. An der Nordwand der Kirche befindet sich ein zugemauerter Eingang, und darüber erblickt man ein sehenswertes Detail: ein vorromanisches Steinrelief, das die Hand Gottes darstellen soll.

Von der Ortschaft hinauf zur Pfalzkirche führt ein Fußweg, der von den vierzehn Stationen eines Kreuzweges mit Bildnischenstöcken des Leidensweges Jesu Christi gesäumt ist. Eine Kreuzigungsgruppe unweit der Kirche ist die fünfzehnte Andachtsstelle und Endpunkt des Passionsweges. Der gute Erhaltungszustand der Pfalzkirche von Karnburg ist in erster Linie zwei umfassenden Restaurierungen aus den Jahren 1928 und 1970 zu verdanken.