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Briefmarke, Bronzerelief - Basilika Rankweil
© Österreichische Post

Sakrale Kunst in Österreich - Bronzerelief - Basilika Rankweil#

Sonderpostmarkenserie

Mit dem neuen Wert „Bronzerelief – Basilika Rankweil“ findet die beliebte Serie „Sakrale Kunst in Österreich“ nun ihre attraktive Fortsetzung. Das Markenmotiv zeigt einen Ausschnitt dieses von Ulrich Henn, einem deutschen Bildhauer, geschaffenen Kleinods.

Zur Basilika: Eine Sonderform früher christlicher Kultbauten in Rätien sind die so genannten Kirchenburgen. Sie waren auf schwer zugänglicher Höhe angelegt, von einem Mauerring und meist auch von einem Friedhof umgeben. Die Kirche auf dem 50 Meter hohen Liebfrauenberg in Rankweil ist eine solche Wehrkirche. Sie bildete ab dem 8. Jahrhundert das Zentrum einer Großpfarrei, die zeitweise weite Teile des Vorarlberger Vorderlandes umfasste und bis ins Schweizer Rheintal reichte. Im 14. Jahrhundert durch kriegerische Ereignisse völlig niedergebrannt, wurde von 1470 bis 1510 an der gleichen Stelle die Kirche St. Maria im gotischen Stil errichtet. 1657 wurde schließlich von Baumeister Michael Beer eine Loreto-Kapelle mit dem Gnadenaltar angebaut. Interessant ist, dass die Liebfrauenkirche durch all die Jahrhunderte hindurch ihre bedeutsame religiöse Ausstrahlung behielt, gefördert freilich durch die Wallfahrtsziele und durch die zentrale Lage in der Mitte Vorarlbergs. Heute ist die Basilika Pfarrkirche der Pfarrei „Zu Unserer Lieben Frau Mariä Heimsuchung“ in Rankweil.

Das bekannte Gotteshaus beherbergt mehrere sakrale Schätze, darunter beispielsweise das byzantinisch-romanische Bilderkreuz „Silbernes Kreuz“ (vermutlich eine Schenkung von Karl dem Großen an den Grafen Hunfried) sowie das romanische Fronbogenkreuz, das so genannte „Kümmerniskreuz“.

Das auf der Marke abgebildete Relief „Heilung einer Frau“ ist indes ein Kunstwerk aus unserer Zeit – es ist Teil eines 1986 geschaffenen Bronzealtars und stammt, wie oben erwähnt, von Ulrich Henn. Der 1925 in Schwäbisch Hall geborene Künstler schuf einst, in amerikanischer Kriegsgefangenschaft, mit Rasierklingen und aus Munitionskistenholz seine ersten Werke. Im Jahre 1948 gründete Henn sein eigenes Atelier in Stuttgart und machte sich als Bildhauer selbstständig. Seit damals entstanden unzählige bedeutende sakrale Kunstwerke in vielen verschiedenen Ländern, darunter Kirchenportale, Brunnen, Freiplastiken, Altäre und subtil gearbeitete Tabernakel, die die feine „Handschrift“ Henns auf unverkennbar schöne Weise zeigen.