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Briefmarke, Dommuseum Wien
© Österreichische Post

Weihnachten 2011 - Dommuseum Wien#

Sonderpostmarke

Das im Jahr 1933 gegründete Dom- und Diözesanmuseum Wien gilt als eines der „Schmuckstücke“ innerhalb der vielfältigen Wiener Museumslandschaft. Im ersten Wiener Gemeindebezirk am Stephansplatz gelegen, zeigt es in seiner ständigen Schausammlung Kunst aus über eintausend Jahren, vor allem Werke aus dem Stephansdom und vielen anderen Kirchen Wiens und Niederösterreichs. Der wertvollste Schatz ist sicherlich das Porträt Herzog Rudolfs IV. aus dem 14. Jahrhundert, das als das älteste gemalte Porträt des Abendlandes gilt. Ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert datiert das auf der vorliegenden Weihnachtsmarke abgebildete Werk „Geburt Christi“, ein aus sieben Tafelbildern bestehendes Gemälde, dessen Schöpfer unbekannt ist.

Neben Objekten aus dem Dom – darunter befindet sich auch ein Fragment der fast vollständig verloren gegangenen mittelalterlichen Verglasung – sind auch zahlreiche, aus anderen Kirchen der Erzdiözese Wien stammende Meisterwerke der Gold- und Silberschmiedekunst, der Bildhauerei und Malerei zu sehen. Die Ausstellung des seit 1973 im so genannten „Zwettlhof“ gelegenen Dommuseums gibt damit ein beredtes Zeugnis für das Kunstschaffen vom frühen Mittelalter über Gotik und Barock bis zum Jugendstil. Noch aus karolingischer Zeit, dem 9. Jahrhundert, stammt das älteste Objekt, ein illuminiertes Evangelienbuch. Daneben sind kostbare Kleinode aus der Schatzkammer von St. Stephan zu bewundern. Dazu zählen einmalige Textilien und Gläser, so das ungewöhnliche Grabtuch von Herzog Rudolf IV. dem Stifter, das aus einem persischen Goldseidenbrokat hergestellt wurde, oder seltene syrische Glasgefäße aus der Zeit um 1300, die der Überlieferung nach auch als Reliquiare für die mit dem Blut der Unschuldigen Kinder Bethlehems getränkte Erde verwendet wurden.

Darüber hinaus verfügt das Museum über einen bedeutenden, fast 3.000 Werke umfassenden Fundus moderner Kunst aus Österreich, welcher der Sammeltätigkeit von Monsignore Otto Mauer (1907 – 1973), dem legendären Kunstförderer und Domprediger zu St. Stephan, zu verdanken ist. In der von ihm 1954 eröffneten „Galerie nächst St. Stephan“ gab Mauer den jungen Malern der Nachkriegszeit Raum zur Präsentation ihres Schaffens. Teile dieser vom Museum verwahrten Sammlung, die unter anderem Werke von Alfred Kubin und Hans Fronius, aber auch von Arnulf Rainer, Josef Mikl, Markus Prachensky, Wolfgang Hollegha, Oswald Oberhuber u.v.a. umfasst, sind immer wieder im Rahmen von temporären Sonderausstellungen zugänglich.