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Puch 500
© Österreichische Post

Autos - "Puch 500"#

Sonderpostmarkenserie

Zur Geschichte: Die „Puch-Werke“, gegründet 1899 von einem gewissen Johann Puch, waren ein österreichisches Unternehmen, das neben Fahrrädern, Motoren und Motorrädern auch Autos produzierte. Johann Puchs erste kleine Fabrikationsstätte war in der Strauchergasse in Graz beheimatet, einige Jahre später übersiedelte die Produktion in eine größere, für die damalige Zeit moderne Fabrik. Dieses Stammwerk, später auch „Einser-Werk“ genannt, entstand im Süden von Graz im Stadtteil Puntigam. 1912 schied Johann Puch aus seiner Firma aus und wurde deren Ehrenpräsident. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte das Unternehmen mehr als 1.000 Arbeiter, die jährlich etwa 16.000 Fahrräder und je 300 Motorräder und Autos herstellten. Im Jahre 1928 entstand aus der Fusion von Austro-Daimler, der Oeffag und den Puch-Werken die Austro-Daimler-Puchwerke A.G. Nachdem bereits ab 1930 eine Kooperation beider Firmen bestand, fusionierte 1934 Austro-Daimler-Puch mit der Steyr AG zur Steyr-Daimler-Puch AG. Wie fast alle Betriebe dieser Art wurde auch das Puch-Werk während des Zweiten Weltkrieges zur Rüstungsproduktion herangezogen, dazu reichten die vorhandenen Kapazitäten jedoch bald nicht mehr aus. Aus diesem Grund wurde in Thondorf bei Graz das so genannte „Zweier-Werk“ errichtet. Nach dem Krieg wurden hier Fahrräder, Mopeds, Motorräder, Personen- und Geländewagen produziert.

Eines dieser Modelle war der „Puch 500“, dessen Entwicklung nicht ganz ohne Schwierigkeiten verlief. Die enormen Kosten einer kompletten Neukonstruktion bzw. der Produktion einer eigenen Karosserie drohten das Projekt nämlich gleich zu Beginn scheitern zu lassen. Erst aufgrund eines Vertrags mit der Turiner Autofirma Fiat konnte man sich die Produktion einer eigenen Karosserie ersparen – es reichte, die Rohkarosserie des Fiat 500 anzukaufen und zu adaptieren. Lediglich der Motordeckel und in späteren Jahren das feste Dach wurden in Eigenproduktion hergestellt. Nichts desto trotz waren die Unterschiede zwischen dem italienischen Fiat und dem österreichischen Steyr-Puch groß: Im Gegensatz zum luftgekühlten Twin-Motor des Fiat enthielt der Puch einen 2-Zylinder Boxermotor mit 493 ccm – und auch die Getriebe-Fahrgestelleinheit wurde zur Gänze in Graz hergestellt und wies zum Teil völlig andere Konstruktionsansätze auf. 1957 schließlich rollte der erste Puch 500 als „Cabriolimousinen-Variante“ aus dem Werk, das 16 PS starke Modell mit Faltdach sollte vor allem Motorradfahrer als Zielpublikum ansprechen.

Der Verkauf des Kleinwagens verlief ausgesprochen erfolgreich; von den fast 60.000 von 1957 bis 1975 produzierten Fahrzeugen wurden trotz der Lizenzklauseln von Fiat auch viele außerhalb Österreichs abgesetzt, die meisten davon in Deutschland.