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Briefmarke, Anton Faistauer
© Österreichische Post

Anton Faistauer#

Sonderpostmarke#

Vor 125 Jahren, am 14. Februar 1887, wurde Anton Faistauer in St. Martin bei Lofer (Salzburg) geboren. Die vorliegende Sondermarke würdigt den großen österreichischen Maler und zeigt in ihrem Motiv dessen Ölgemälde „Selbstporträt“ aus dem Jahre 1929. Zur Person: Anton Faistauer stammte aus einer Bauernfamilie und wandte sich bereits während seiner Gymnasialzeit in Bozen der Malerei zu. Von 1904 bis 1906 besuchte er die private Malschule Scheffer in Wien, ehe er an der Akademie der bildenden Künste zu studieren begann. Gemeinsam mit Anton Kolig, Robin Christian Andersen, Franz Wiegele und Egon Schiele gründete Faistauer 1909 aus Protest gegen den konservativen, akademischen Kunstbetrieb die legendäre „Neukunstgruppe“. In den Jahren zwischen 1909 und 1912 unternahm er zahlreiche Reisen, unter anderem nach Deutschland und Italien. Während des Ersten Weltkrieges absolvierte Faistauer wegen Untauglichkeit Militärdienst „ohne Waffe“ und organisierte im k.u.k.-Heeresmuseum gemeinsam mit Egon Schiele Kriegsbilderausstellungen. Von 1919 an lebte er in Salzburg, wo er die progressive Künstlervereinigung „Der Wassermann“ ins Leben rief. Ab 1926 war Faistauer in Wien tätig. Die französische Malerei, vor allem Paul Cézanne, war für seine künstlerische Entwicklung von maßgeblicher Bedeutung. In den Zwanzigerjahren zählte Faistauer ohne Zweifel zu den bedeutendsten österreichischen Freskenmalern – es entstanden großformatige Werke, die moderne Ausdrucksformen mit traditionellen Elementen und religiösen Themen zu verschmelzen trachteten. Faistauers Arbeiten wurden schon zu Lebzeiten häufig ausgestellt und in Sammlerkreisen hoch geschätzt. Er gilt neben Klimt, Schiele, Kokoschka und Boeckl als einer der wichtigsten Pioniere der modernen Malerei Österreichs. Anders als die Avantgarde blieb er jedoch stets dem Anschluss an die große abendländische Maltradition treu. Am 13. Februar 1930 verstarb Anton Faistauer im Alter von nur 43 Jahren nach einer Magenoperation in Wien, sein Grab befindet sich auf dem Friedhof von Maishofen in Salzburg. Faistauers Werke befinden sich unter anderem im Salzburg Museum Carolino Augusteum und im Museum der Moderne Rupertinum, im Landesmuseum Linz, im Niederösterreichischen Landesmuseum in St. Pölten sowie im Wiener Leopold Museum und der Österreichischen Galerie im Belvedere. Im Jahre 2004 wurde das so genannte „Anton Faistauer-Forum“ gegründet, welches sich der Dokumentation, Interpretation und Präsentation von Faistauers Gesamtwerk widmet.