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Briefmarke, Arndorfer Altar
© Österreichische Post

„Weihnachten - Arndorfer Altar / Maria Saal“#

Sonderpostmarke

Die Kärntner Wallfahrtskirche Mariae Himmelfahrt – kurz „Marienkirche“ oder auch „Maria Saaler Dom“ genannt – ist eine in ihrem heutigen Aussehen im 15. Jahrhundert im Stil der Spätgotik errichtete römisch-katholische Pfarrkirche. Ein bereits früher bezeugtes Gotteshaus wurde vermutlich an derselben Stelle im 8. Jahrhundert errichtet; aus diesem Grund gilt Maria Saal als einer der ältesten Standorte einer christlichen Kirche sowie als Ausgangspunkt der Missionierung Kärntens in der so genannten Karolingerzeit.

Zur Geschichte des Pfarrhauses: Im Laufe des 15. Jahrhunderts wurde die Marienkirche nicht nur buchstäblich „von Grund auf“ umgebaut, auch die Kapitelbauten wurden in dieser Zeit befestigt. 1430 errichtete man Querschiff und Chor, in den Jahren 1450 bis 1459 schließlich das Langhaus. Ab 1463 erhielt Maria Saal einen Burgfried und wurde angesichts der durch die Türken drohenden Gefahren durch umfangreiche Wehranlagen, welche heute noch gut erhalten sind, gesichert. Dabei wurde auch die zweigeschoßige runde und ursprünglich im romanischen Stil erbaute Taufkapelle mit einbezogen.

Nachdem die Inneneinrichtung in der Mitte des 17. Jahrhunderts im barocken Stil zum Teil umgestaltet worden war, griff am 4. November 1669 ein verheerender Großbrand vom Ort aus auf das Gotteshaus über und zerstörte dessen Dach, sämtliche Glocken und den Hochaltar. Die Mauern und das Gewölbe des Kirchenschiffs konnten indes „Gott sei Dank“ vor dem Einsturz bewahrt werden, sodass wenigstens die wertvolle Inneneinrichtung großteils vor den Flammen gerettet werden konnte. Die Bedeutung des Gotteshauses zeigt sich jedoch eindrucksvoll in der Tatsache, dass man nach nur fünf Jahren bereits den größten Teil des Wiederaufbaus fertiggestellt hatte, das riesige Dach war wieder eingedeckt und die neu aufgebauten Türme erhielten anstelle der ehemaligen Spitzdächer barocke Zwiebelhauben. Im Inneren fand 1714 der neue Hochaltar seinen Platz, an dem – nach der Abtragung des Gnadenaltars – 1787 die gotische Gnadenstatue aufgestellt wurde.

Der so genannte Arndorfer Altar, das Motiv der Marke, kam indes erst ein Jahrhundert später, 1884, von der Filialkirche Arndorf in den Maria Saaler Dom. Der wunderschöne gotische Flügelaltar wurde um 1520 in der Villacher Schnitzerwerkstatt von Lukas und Heinrich Tausmann hergestellt. Auf sieben imposanten Tafelbildern sind verschiedene Szenen aus dem Leben Mariens, der Mutter Anna und anderen heiligen Frauen zu sehen; der Ausschnitt auf der vorliegenden Weihnachtsmarke zeigt das stimmungsvolle Bild „Anbetung des Christuskindes“.