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Briefmarke, Votivkirche
© Österreichische Post

200. Geburtstages von Rudolf von Alt#

Sonderpostmarke #

Mit der vorliegenden Sondermarke wird des 200. Geburtstages von Rudolf von Alt gedacht. Der am 28. August 1812 in Wien geborene Maler und Aquarellist eroberte mit seinen detailgenau ausgearbeiteten Bildern, Ansichten berühmter Plätze und Gebäude, einen fixen Platz in der österreichischen Kunstgeschichte. Das Motiv der neuen Marke ziert ein Gemälde der Votivkirche im 9. Wiener Gemeindebezirk – das römisch-katholische Gotteshaus, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hauptgebäude der Universität Wien gelegen, gehört ohne Zweifel zu den bedeutendsten neugotischen Sakralbauwerken der Welt. Rudolf von Alt war der Sohn des Malers Jakob Alt (1789 – 1872); in dessen Atelier lernte er auch seine ersten handwerklichen Fertigkeiten und durfte bereits als Kind die Lithographien des Vaters kolorieren. Von 1825 bis 1832 war Rudolf von Alt Schüler der Wiener Akademie, ab 1826 in der Landschaftsklasse von Josef Mössmer. Schon bald erhielt er dort die ersten Preise, 1830 stellte er erstmals seine Werke aus. Vater und Sohn unternahmen ausgedehnte Reisen durch die Länder der Monarchie, wobei sie zum Teil so eng zusammenarbeiteten, dass die Unterscheidung, wer welches Bild geschaffen hat, oft gar nicht möglich ist. Der Höhepunkt ihrer Zusammenarbeit waren die so genannten „Guckkastenbilder“ für den späteren Kaiser Ferdinand I. Im Revolutionsjahr 1848 stellte sich Rudolf von Alt in Wien als Bürgergardist zur Verfügung, seine Familie schickte er vorsichtshalber zu den Schwiegereltern nach Troppau. Als dann Mitte Oktober 1848 die Ereignisse in der Hauptstadt immer radikaler wurden, flüchtete er ins niederösterreichische Traismauer. Auf einem Briefkuvert hielt er die Situation in schneller Skizze fest und malte auch in zwei dokumentierten Werken Bauernhäuser in Traismauer. 1867 wurde Rudolf von Alt Mitglied der Berliner Akademie, 1879 Professor an der Wiener Akademie. Auch im höheren Alter war er noch an den neuesten Entwicklungen der Kunst interessiert und wohl aus diesem Grund auch eines der Gründungsmitglieder der Wiener Secession, deren Ehrenpräsident er bald darauf wurde. 1897 suchte er schließlich um die Erhebung in den Adelsstand an und durfte seinem Namen von nun an das „von“ voranstellen. Am 12. März 1905 verstarb der große Künstler, sieben Jahre später, zum 100. Geburtstag von Rudolf von Alt, wurde auf dem Wiener Minoritenplatz ein Denkmal ihm zu Ehren errichtet. Mit seinen topografisch genauen und stimmungsvollen Bildern des alten Österreich bleibt er als einer der populärsten Künstler des 19. Jahrhunderts freilich bis heute in bester Erinnerung.