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Briefmarke, Wiener Oboe
© Österreichische Post

„Musikinstrumente“ - Wiener Oboe#

Die Fortsetzung der interessanten Markenserie „Musikinstrumente“: Der neue 0,90 €- Wert thematisiert die „Wiener Oboe“, ein klassisches Holzblasinstrument, dessen früheste Geschichte bis in die Antike zurückreicht. Oboen (französisch „Hautbois“ = „hohes oder lautes Holz“) werden meist aus Grenadill-, Buchsbaum- oder Ebenholz gebaut, seltener sind Instrumente aus Palisander, Rosenholz oder anderen exotischen Hartholzarten. Das etwa 65 Zentimeter lange Instrument hat eine konische Bohrung und überbläst daher in die Oktave, was mittels eigener Klappen geschieht. Es gibt voll- und halbautomatische Oboen: Bei der halbautomatischen ist für die erste und zweite Oktavklappe je ein Hebel zum Öffnen der Klappe vorhanden, bei der vollautomatischen Oboe existiert für beide Oktavklappen nur ein Hebel, der Wechsel geschieht hier zwischen den Tönen gis und a automatisch. Während die vollautomatische Mechanik vor allem in Deutschland, Polen und in den Niederlanden verbreitet ist, findet man die halbautomatische hauptsächlich in Frankreich und den USA. Der Klang der Oboe ist ausdrucksstark und klingt je nach Bläserschule und regionaler Tradition von nasal hell bis dunkel samtig. Vom weichen Klangcharakter der Barockoboe entwickelte sich der Ton immer weiter zum genaueren Ton der modernen Oboe, die ein differenzierteres Spiel zulässt, da sie über mehr dynamische Möglichkeiten verfügt und auch ein schnelles Staccato vereinfacht. Eine ganz besondere Form ist die „Wiener Oboe“, die fast ausschließlich in Wien gespielt wird, beispielsweise bei den Wiener Philharmonikern. Sie ist anders mensuriert, hat in der Tiefe einen weicheren und in der oberen Lage engeren, spitzeren, obertonreicheren Klang. Sie reicht in der Tiefe in der Standardform bis zum kleinen h, mit einem besonderen Fußstück ist jedoch auch das kleine b spielbar. Die Wiener Oboe ist dem Barockinstrument und der klassischen Oboe baulich, klanglich und in der Spieltechnik ähnlicher als die französische Oboe. Bemerkenswert an der eingangs erwähnten Geschichte der Oboe ist, dass die früheste Abbildung eines Oboenvorläufers aus etwa 3000 v. Chr. stammt. Schon während der Antike gab es oboenähnliche Instrumente wie den griechischen Aulos oder die römische Tibia, und in der Bibel findet ein oboenartiges Instrument namens „Chalil“ Erwähnung, welches im Tempel eingesetzt und den Überlieferungen nach in ganz Jerusalem gehört wurde. Heute findet die Oboe in den verschiedensten musikalischen Stilrichtungen ihre Verwendung; ihr kunstvoller Einsatz reicht von der Klassik (Kammermusik, Orchester) über Jazz bis hin zur Pop- und Rockmusik.