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Briefmarke, Ikone Nikolaus
© Österreichische Post

Ikone Nikolaus#

Sondermarke#

Mit der vorliegenden Sondermarke findet die attraktive Serie „Sakrale Kunst in Österreich“ nun ihre ästhetische Fortsetzung. Das Markenmotiv zeigt die eindrucksvolle Ikone des Heiligen Nikolaus zu Myra aus der Russisch Orthodoxen Kathedrale im 3. Wiener Gemeindebezirk.

Die späthistorische Kirche, Sitz der russisch orthodoxen Gemeinde Wiens und seit 1962 eine eigene Eparchie, wurde von 1893 bis 1899 nach Plänen eines gewissen Grigorij Iwanowitsch Kotow vom italienischen Architekten Luigi Giacomelli als Botschaftskirche erbaut. Ein Großteil der Baukosten, nämlich 400.000 Rubel, wurde seinerzeit durch eine Spende von Zar Alexander III. aufgebracht. Die Weihe der Kathedrale zum Heiligen Nikolaus fand im April 1899 statt, als Bischofssitz der Eparchie für Wien und Österreich ist sie direkt dem Moskauer Patriarchat unterstellt. Das imposante Gotteshaus, ein Fünfkuppelbau in den traditionellen Formen der russischen Sakralarchitektur, wurde zwischen 2003 und 2008 umfassend renoviert. Der Innenraum ist in eine Unter- und in eine Oberkirche geteilt, Patron der Oberkirche ist der eingangs erwähnte Heilige Nikolaus.

Zur Person: Nikolaus von Myra ist ohne Zweifel einer der populärsten Heiligen der Ost- wie auch der Westkirche. In der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts wirkte dieser als Bischof von Myra in der kleinasiatischen Region Lykien, welche damals ein Teil des Römischen und später des Byzantinischen Reiches war. Über das Leben des historischen Nikolaus gibt es nur wenige belegte Tatsachen. Myra in Lykien, heute Demre, ist ein kleiner Ort etwa 100 Kilometer südwestlich von Antalya in der heutigen Türkei. Im 4. Jahrhundert war der Ort Bischofssitz. Quellen über Nikolaus’ Leben stammen zum Beispiel von Andreas von Kreta (um 700) und von einem Mönch namens Johannes aus dem Studitenkloster im einstigen Konstantinopel, das im 5. Jahrhundert gegründet wurde. Nach übereinstimmenden Überlieferungen wurde Nikolaus zwischen 270 und 286 in Patara geboren. Mit 19 Jahren wurde er zum Priester geweiht, später soll er dann als Abt des Klosters Sion in der Nähe von Myra tätig gewesen sein. Während der Christenverfolgung wurde er der Überlieferung nach gefangen genommen und gefoltert. Als Sohn reicher Eltern soll Nikolaus sein ererbtes Vermögen unter den Armen verteilt haben, was auch von den besser bezeugten Bischöfen des 4. Jahrhunderts, Ambrosius von Mailand und Basilius von Caesarea, berichtet wird und dort als historische Tatsache gilt – im Fall des Nikolaus von Myra ranken sich darum freilich die verschiedensten Legenden und regionalen Bräuche.