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Briefmarke, Maria Luggau
© Österreichische Post

500 Jahre Wallfahrt Maria Luggau#

Sonderpostmarke #

Zum 500-jährigen Wallfahrtsjubiläum von Maria Luggau im kärntnerischen Lesachtal gratuliert die Post mit einem Markenblock der ganz besonderen Art. Das Wertzeichen, dessen Motiv die Gnadenmutter mit dem Heiland sowie die lieblich in die Landschaft eingebettete Basilika zeigt, wird von einem weißen, mit Schleifperforation versehenen Spitzenrahmen als Assoziation eines Heiligenbildchens aus längst vergangenen Tagen umgeben.

Zur Geschichte: Im Jahre 1513 hatte eine arme Bäuerin namens Helena während der Mittagsrast auf dem Feld eine Traumvision, worin die Schmerzensmutter sie ermunterte, an ebendiesem Ort eine Kapelle zu errichten. Obwohl die Bäuerin der seltsamen Begebenheit zunächst keine Bedeutung zumaß, fand sie dennoch keine Ruhe mehr. Schließlich entschloss sie sich, die „Wahrheit“ der wundersamen Erscheinung auf die Probe zu stellen, und es geschah das erste verbriefte Kerzenwunder: Trotz stürmischen Wetters stellte sie ungeschützt eine brennende Kerze auf das Feld; sollte diese wirklich dem Gewitter standhalten ohne zu erlöschen, so sollte dies ein entsprechendes Zeichen sein. Und in der Tat – die Kerze erlosch drei Tage nicht. Nun besorgte sich die fromme Frau eine kleine, spätgotische Pietà, eine schlichte Arbeit reiner Volkskunst – das heute berühmte Vesperbild der Gnadenmutter von Luggau. Anfangs freilich fand die streitbare Bäuerin wenig Unterstützung von der Nachbarschaft, im Gegenteil: Wegen des Kerzenwunders wurde Helena als Hexe angeklagt, letztlich jedoch wieder freigesprochen. Neu ermutigt, ging sie daraufhin mit Tatkraft ans Werk und binnen kürzester Zeit erhielt das Gnadenbild eine schlichte Kapelle. Eine weitere wundersame Begebenheit machte die Luggauer Wallfahrt spontan beliebt: Während ein Zimmermann namens Anton Mayrhofer das Heiligtum überdachte, wollte ein offensichtlich Geisteskranker die Statue entwenden. Als der Zimmermann sie ihm im letzten Moment entriss, erhielt dieser wieder das Licht seines Verstandes. Die Kunde dieses Wunders verbreitete sich in Windeseile und zog viele Pilger an. Schon bald erwies sich die Kapelle als viel zu klein für den steten Wallfahrerstrom, und so begann Helena für den Bau einer größeren Kirche zu werben.

Auf Schloss Pittersberg fand sie im dortigen Verwalter einen Fürsprecher, und dieser begab sich zum Lokalaugenschein nach Luggau. Heftige Gegnerschaft brachte ihn aber von seinem Vorhaben ab, und so trat er verdrossen wieder die Rückreise an. Auf halbem Wege scheute jedoch sein Pferd und warf ihn ab, wobei sein Fuß sich im Steigbügel verfing und er vom wild gewordenen Pferd mitgeschleift wurde. In panischer Todesangst rief der besorgte Mann die Gottesmutter an und gelobte im Falle seiner Rettung den Bau der Kirche in Luggau. Sein Gebet wurde erhört, das Gelübde gehalten und am 22. Mai 1515 schließlich der Grundstein für das Gotteshaus gelegt. – Heute, 500 Jahre später, besuchen jährlich etwa 40.000 Pilger den bekannten Wallfahrtsort.